Die tätowierte Rose (USA). Anna Magnani ist mit Verve und mit ihrer großen Kunst zu nuancieren – sie erhielt dafür in diesen Tagen als beste Schauspielerin des Jahres den amerikanischen Oscar – die temperamentgeladene, liebeshungrige Witwe in dem Film nach, Tennessee Williams Theaterstück "Rose tatoo" (Regie Daniel Mann), ihr Partner ist Burt Lancaster. (DIE ZEIT, Nr. 6/56.)

Der Mann mit dem goldenen Arm (USA). Otto Preminger produzierte und inszenierte; einen Tendenzfilm gegen die Rauschgiftsucht von elementarer Kraßheit. Frank Sinatra ist ein bereits geheilter Gifthändler, den seine Kumpane wieder erpresserisch zur Spritze verleiten. Mit einem modernen Hogarth-Ensemble skurrilster Verbrecherphysiognomien gibt der Film ein unnachsichtiges Bild der Chikagoer Unterwelt, das manchmal überzeichnet ist, hinter dem aber die unaufhörliche Absicht, abzuschrecken, steht. (DIE ZEIT, Nr. 5.)

Die großen Manöver (Frankreich). Reizvoll und – unaufdringlich hat René Clair die Epoche der großen Manöver vor dem ersten Weltkrieg zur Kulisse eines Films gemacht, der eine üble Wette junger Offiziere um die Eroberung einer Frau durch einen Herzensbrecher aus ihren Reihen schildert. Dieser Film hebt sich von vielen anderen, die in der gleichen Epoche spielen, dadurch ab, daß er Phantasie, Charme und – kein Happy-End hat. (DIE ZEIT, Nr. 51/1955.)

Ein Mädchen aus Flandern (Deutschland). Mit einem hohen Maß an Gerechtigkeit brachte Helmut Käutner Zuckmayers deutsch-belgische Liebesgeschichte vom "Engele von Löewen" auf die Leinwand. Doch benutzte er zu bekannte Metaphern. (DIE ZEIT, Nr. 8.) Projector