Am 14. März führte das "Cambridge Forschungszentrum" der amerikanischen Luftwaffe in der Erprobungsstelle Holloman in Neu-Mexiko einen Versuch durch, bei dem es gelang, das "im Stickstoffatom gebundene Sonnenlicht wieder frei zu machen". Nachdem die unter Leitung von Dr. Murray Zelikoff arbeitenden Wissenschaftler des Forschungszentrums festgestellt hatten, daß durch Stickstoffoxyd die in einem Stickstoffatom gebundene Energie in Form von Licht frei gemacht werden kann, wurden alle Vorbereitungen für einen Großversuch in der Atmosphäre getroffen.

Eine Rakete mit der Stickstoffoxydladung wurde in der Nacht vom 13. zum 14. März um 1 Uhr 45 Minuten abgeschossen. Als sie eine Höhe von ewa 95 Kilometern erreicht hatte, wurde das Stickstoffoxyd unter hohem Druck in die Atmosphäre geschleudert. In diesem Augenblick erblickten die Beobachter in Holloman eine Lichterscheinung, die in ihrem ersten Stadium wie ein Stern von der doppelten Leuchtstärke des Planeten Venus aussah. Innerhalb von zehn Minuten war der "Stern" so gewachsen, daß er viermal so groß und halb so hell wie der Mond erschien. Die Lichterscheinung wurde bis zu einer Entfernung von einhundert Kilometern von Holloman wahrgenommen, bis das Stickstoffoxyd von der Luft absorbiert war und damit das Licht erlosch.

Fachkreise in den Vereinigten Staaten sind der Ansicht, daß dieser erfolgreiche Versuch einen Weg weisen gönnte, wie sich die in der Atmosphäre aufgespeicherte Energie frei machen und als Antriebsstoff für Raketenschiffe verwenden ließe. K.