INLA N D

Auch in diesem Jahr stark verbilligte Jugendsonderzüge. Mit Unterstützung des Bundesinnenministeriums werden auch in diesem Sommer wieder Jugendsonderzüge eingesetzt, die von Jugendlichen zwischen 10 und 21 Jahren sowie Studenten und Erziehern mit Ausweis benutzt werden können. Neben einer Fahrpreisermäßigung für die Planzüge, die weit über die normale fünfzigprozentige Ermäßigung für Jugendpflegefahrten hinausgeht, wird den Jugendlichen auch bei Anfahrt in einem Umkreis von 150 Kilometern die Hälfte des Preises erlassen. Für das diesjährige Programm, das 44 Zugläufe zwischen Hamburg und München beziehungsweise Lindau vorsieht, steht ein neuer, gepolsterter Wagenzug zur Verfügung. Mit der Einrichtung der Jugendsonderzüge’will man dem Unwesen des Autoanhaltens und den oft gesundheitsschädigenden, übertrieben weiten Radfahrten entgegenwirken.

Autos als Reisegepäck. Doppelstock-Gepäckwagen für Personenautos sollen den D-Zügen 411 und 412, die zwischen Hamburg–Basel und Chiasso verkehren, angehängt werden. Außerdem will man zehn belgische Spezialwagen auf der Strecke München–Brüssel–Ostende einsetzen. Dies Unternehmen – ein neuer Kundendienst der Bundesbahn – wird zunächst vom Juli bis September, in den Hauptreisemonaten, durchgeführt und soll den Reisenden, die lange, anstrengende Autofahrten vermeiden wollen, entgegenkommen. Natürlich wird den Urlaubern, die eine „Garage auf Schienen“ unterhalten, die Fahrt teurer als mit dem Pkw. Die Bundesbahn empfiehlt, die Beförderung des Autos mindestens zwei Wochen vorher anzumelden. Zwischen 1919 und 1939 hatte die Reichsbahn schon einmal den nächtlichen Transport von Privatwagen auf Plattformwagen der Züge Hamburg–Berlin und von Köln nach dem Süden eingeführt.

Wittdün ist Nordseeheilbad. Das Kurmittelhaus, das sich das Nordseebad Wittdün auf der Insel Amrum mit rund 200 000 DM Kosten erbaute, verhalf dem Bad zur Anerkennung als Nordseeheilbad. Das ganze Jahr über, unabhängig von Wind und Wetter, wird Wittdün den Nutzen davon haben, daß es nun jederzeit in der Lage ist, Gäste nicht nur aufzunehmen, sondern ihnen auch die gewünschte Behandlung angedeihen lassen zu können.

Höhenried wird Deutschlands modernstes Erholungsheim. Schloß Höhenried (Starnberger See), ein Märchenschloß mit einem 88 Hektar großen Park, ist von der Landesversicherungsanstalt für 2,2 Millionen DM gekauft worden und soll Vierzig- bis Fünfzigjährigen, die sich die Managerkrankheit zuzogen, zur Erholung dienen. Das Schloß, das dem ersten amerikanischen Nachkriegsgeneralkonsul, Sam Woods; gehörte und vom Keller bis zum Boden mit viel Talmi, aber auch manch echter Kunst angefüllt war, soll generalüberholt und mit 300 Betten versehen werden. Höhenried erhält den höchsten Komfort und wird von der Bibliothek bis zum Schwimmbad und von der Kegelbahn bis zur Liegehalle die Träume manches Kurgastes erfüllen.

AUSLAND

Durch die Luft nach Bornholm. Die dänische Insel in der Ostsee, einstmals von Swinemünde und von Kolberg aus von Deutschen stark besucht, ist heute durch die Sowjetzone von deutschem Besuch fast abgeschnitten. Mit dem Dampfer auf dem notwendigen Umweg über Kopenhagen dauerte die Anfahrt mindestens einen Tag und eine Nacht. Eine deutsche Fluggesellschaft will nun den Versuch machen, vom Lübecker Flughafen Blankensee aus mit einer zwölfsitzigen Maschine täglich zwischen dem 15. Juni und dem 15. September Bornholm anzufliegen. Sollte sich der Einsatz der Maschine bewähren, die für diese Strecke nur etwas mehr als eine Stunde benötigt, dann wird der Verkehr 1957 verdichtet werden. Vor dem Kriege besuchten zwischen 75 000 und 100 000 Deutsche die Insel Bornholm in einem Sommer.

Berechtigte Warnung. In Jugoslawien sind Reiseschreibmaschinen, Photoapparate, Kofferradios, Plattenspieler, Nylon- und Perlonwäsche immer noch begehrte Mangelware. Viele Reisende haben sich daher als Schwarzhändler betätigt und mit dem Verkauf dieser Gegenstände aus ihrem persönlichen Besitz ihre Reise finanziert. Die deutschen Reiseorganisationen warnen eindringlich vor solchen „Selbsthilfemaßnahmen“, durch die einheimische Gastgeber gefährdet werden. Die jugoslawischen Behörden drohen Bestrafung an, die Gegenstände werden eingezogen.