Es bleibt unerfindlich, nach welchem Kriterium Konstantin Prinz von Bayern in seinem Buch

Konstantin Prinz von Bayern: "Die großen Namen, Begegnungen mit bedeutenden Deutschen unserer Zeit." Kindler Verlag, München, 503 S., 19,80 DM,

die großen Namen und die bedeutenden Deutschen ausgewählt hat. Zwar ist die alphabetische Anordnung der achtundvierzig Kapitel einleuchtend genug, doch reicht die durch sie bedingte reizvolle Reihenfolge – zum Beispiel: Buber, Caracciola, Carossa, Dehler, Dibelius, Domagk, Dorsch – nicht zur Beantwortung der Frage aus, unter welchem Gesichtspunkt – abgesehen von dem Umstand, daß der Autor ihnen begegnet ist – das Prädikat "bedeutend" erteilt wurde. Hätte der Autor doch lieber einen weniger anspruchsvollen Titel gewählt, um sich dem Vorwurf einer – vielleicht als ungerecht empfundenen – Wertung zu entziehen.

Die einzelnen Personen werden in Kurzbiographien, die meist in Interviews hineingearbeitet sind, behandelt. Selten wird ein echtes Porträt entworfen. Selbst wenn man dem Autor mit Martin Buber gern zugesteht, daß sein "Anliegen ehrlich ist", bedeutet die Veröffentlichung dieses Buches eher eine sehr gute Public-Relation-Leistung, als ein Ereignis zeitgenössischer Biographie, k. h. p.