Die außerordentlich rasche Weiterentwicklung der Fernmeldetechnik und die Ausdehnung des Fernmeldewesens verlangen von den hierfür tätigen Unternehmen erhebliche Leistungen in der Forschung, der Qualitätsverbesserung und der Produktion. Die über die International Standard Electric Corp. zur Telephone and Telegraph Corp., New York, gehörende C. Lorenz Aktiengesellschaft, Stuttgart, kann sich hierbei auf die Erfahrungen und Schutzrechte ihrer Muttergesellschaft sowie der Western Electric Comp. Inc., der American Telephone and Telegraph Company und der Bell Telephone Laboratories Inc. stützen. Diese Überseeverbindung dürfte auch nicht unerheblich zu der bemerkenswerten Steigerung des Umsatzes um 40 v. H. im Jahr 1955 beigetragen haben. Darüber hinaus ist das Jahr für das Unternehmen noch besonders bedeutungsvoll durch den endlich zustande gekommenen Vergleich mit den Banken über die alten Rüstungskreditschulden, durch die Erhöhung des Kapitals um 18 auf 25,6 Mill. DM und durch das 75jährige Geschäftsjubiläum.

Da der Export im gleichen Verhältnis wie der Umsatz zunahm, konnte der Ausfuhranteil (18 v. H.) gehalten Verden. Der Auftragseingang lag 1955 noch um 10 v. H. über dem Umsatz, so daß der Auftragsbestand um 21 v. H. stieg. Dieser beachtliche Geschäftsaufschwung machte einen weiteren Ausbau der Anlagen und eine Vergrößerung der Belegschaft von 5116 auf 7170 Beschäftigte notwendig. Die Gesellschaft konnte, dabei ihrem Ziel, gemietete Räume durch eigene Bauten zu ersehen, wesentlich näher kommen. Maßgeblich beteiligt war das Unternehmen u. a. an dem Ausbau des westdeutschen Fernschreib-Selbstwählnetzes und an der Erweiterung des Fernsehsendenetzes durch die Lieferung von weiteren vier Sendern. Für diese Sender liegen auch Aufträge aus England und Österreich vor. Auch für die Abteilung Schaub Apparatebau, Pforzheim, war das Jahr 1955 erfolgreich. Der Umsatz konnte erheblich gesteigert werden, wobei der Exportanteil auf 20 v. H. stieg. Von den Beteiligungen ist die Focke-Wulf GmbH, Bremen, (Beteiligung 28,8 v. H.) erwähnenswert, die 1955 die Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Flugzeugsbaues geschaffen hat.

Der Ausbau der C. Lorenz AG führte in der Bilanz zu einer Erhöhung der Anlagezugänge um 2,9 auf 5,9 Mill. DM und der Bankschulden von 18,88 auf 32,87 Mill. DM. Von 45,34 (27,82) Mill. DM Jahresertrag verbleiben mit 0,14 (0,10) Mill. DM Vortrag 0,77 (0,59) Mill. DM Gewinn, aus denen 8 (6) Prozent Dividende gezahlt werden. Den Rücklagen wurden 1,63 Mill. DM zugeführt. C. B.