DIE ZEIT

Böse Ignoranz

Was wir nicht wissen,ist: wie sehr uns die (auf dem Papier unanfechtbare) Verweigerung der Stationierungskosten bei unseren westlichen Verbündeten in einer beinahe persönlichen Weise übelgenommen worden, ist.

Die Saar ist uns teuer

Es ist noch nicht lange her, da hielten viele politisch versierte Leute bei uns eine Lösung der Saarfrage im deutschen Sinne für nicht möglich oder nur für eine ferne Hoffnung.

Olympischer Heuss

Nicht nur in Griechenland – auch in Rom hat sich unser Bundespräsident in der letzten Zeit sehr angenehm bemerkbar gemacht, Das kleine Städtchen Olympia, spirituelle Geburtsstätte des weltweiten olympischen Sportgedankens, hat ihn bekanntlich zum Ehrenbürger ernannt.

Wer regiert in Bonn?

Man zeigt den Touristen in Bonn das Bundeshaus und sagt: hier werden die Gesetze gemacht. Und man zeigt ihnen das Palais Schaumburg und sagt: das ist der Sitz des Bundeskanzlers.

Der neue Kurs in USA

Präsident Eisenhower hat persönlich entschieden, General Nathan F. Twining, der Stabschef der amerikanischen Luftflotte, solle die Einladung zum Tag der Sowjetluftfahrt am 24.

Lenins „Banditen“

Adolf Hitler hatte in seinem Buch „Mein Kampf“ – das ja schon 1925 erschien – genau beschrieben, was er zu tun gedenke, wenn er erst einmal an der Macht sei.

Außenkommissar Schepilow

Es gehört zum Wesen eines kommunistischen Funktionärs (beim kapitalistischen „Manager“ ist es nicht viel anders ), daß man eigentlich schon alles über ihn weiß, was sich zu wissen lohnt, wenn man seine Funktion kennt.

,,Arm, aber ehrlich”

Die fahne steht wenn der mann auch fällt stop herzlich thomas dehler“ telegraphierte der erste Vorsitzende der Freien Demokraten am Samstag nach Hanau am Main, wo die hessische FDP Landesparteitag hielt.

ZEITSPIEGEL

Nach einer Meldung des Moskauer Korrespondenten der Pariser Zeitung Le Monde kursiert in der sowjetischen Hauptstadt gegenwärtig der folgende Tito-Witz: „Kennen Sie die beste Definition Titos? – Tito ist wie ein Fußball.

Dresdener Impressionen

Der Öldruck in meinem Hotelzimmer zeigt die Frauenkirche, im Winter. Zum Weihnachtsgottesdienst stapfen Kirchgänger durch tiefen Schnee, der erleuchteten Fensterfront von George Baehrs barockem Rundbau entgegen.

Nenni reibt sich die Hände

In Italien ist ein höchst merkwürdiger Prozeß im Gange. Die Wahlen haben den Kommunisten und der Rechtsopposition Verluste zugefügt und die Mitte gestärkt.

Atom-Nation Rußland

Zum erstenmal seit Ende des zweiten Weltkrieges hat die Akademie der Wissenschaften der UdSSR im Mai 1956 etwa 100 Physiker aus westlichen Ländern zur Teilnahme an einer Konferenz über Probleme energiereicher Elementarprozesse und zur Besichtigung von Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Atomphysik und Kerntechnik eingeladen.

Die Torheit des Bösen

Mit Demut müssen wir an die Frage von Kollaboration und Widerstand herangehen“, sagte der Holländer de Jong auf einer internationalen Tagung, die jüngst in der Evangelischen Akademie in Tutzing vom Institut für Zeitgeschichte veranstaltet wurde.

Die Welt steckt voller Wirtschaftswunder

Vor einigen Jahren sprach man noch von „unentwickelten Ländern“. In den reichen entwickelten Ländern betrachtete man sie gewissermaßen als arme Verwandte, für die man ja schließlich irgend etwas tun müsse.

Schlimme Geschäfte

Vor zehn Uhr morgens verließ Herr Zeitzler-Wackerstein seine Wohnung nicht, mochte ihn auch Ungeduld plagen.. Er hatte bis zum Hauptpostamt zwanzig Minuten Wegs und war so schon früher in der Schalterhalle, als nötig gewesen wäre, denn einer Berechnung nach, die er angestellt hatte, konnte die mit den wichtigsten Morgenzügen eingegangene Post kaum vor halb elf in die Schließfächer verteilt sein, obwohl es doch bei der Post dabei um die Ehre, also hurtig zugeht.

Saskias Blumen

Eigentlich wollte ich nach Holland wegen der Tulpen, die dort im Frühling zu blühen pflegen. Aber dann erfuhr ich, in Amsterdam sei eine, nein, die Rembrandt-Ausstellung, und da ich sie nicht auslassen konnte, beschloß ich in diesem Jahr wegen Rembrandt und erst im nächsten wegen der Tulpen nach Holland zu reisen.

Nur eine Vorstudie

Vor dreißig Jahren geschrieben: Bert Brechts Mann ist Mann‚ ein damals „Lustspiel“ genanntes Theaterstück, das jetzt im Stuttgarter Staatsschauspiel als „Neun Bilder“ über die Bretter ging.

Der Frühling fand im Theater statt

Der zögernde Eintritt des Frühlings hatte für Wien seine Vorzüge: die Hochsaison wurde gut und gern um einen Monat verlängert.

Sartre bezahlte die Rechnung

Wenn man sich in Paris mit der aktuellen Malerei befaßt, so stößt man immer wieder auf den Namen Wols. Wer war Wols? Man nennt den im Jahre 1951 verstorbenen Künstler den "Vater des Tachismus", jener neuen Ausdrucksform, die das Emotionale in die abstrakte Malerei einführte, und die ihren Weg in kürzester Zeit um die ganze Welt gemacht hat.

Notizen

Zuwenig für deutsche Auslandsschulen. Der im Bundeshaushaltsplan 1956 vorveranschlagte Betrag von 14 Millionen Mark zur „Förderung des deutschen Schulwesens im Ausland“ ist auf 12 Millionen gekürzt worden.

Arzt aus Hiroshima

Als am 6. August 1945, noch früh am Morgen, jener verderbenbringende Pilz aus Rauch und Feuer in den blauen Sommerhimmel über Hiroshima stieg, war, das wissen wir, der zweite Weltkrieg entschieden.

Gutenberg unbekannt

Die Buchdruckerkunst wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Laurens Janszoon Coster in Haarlem erfunden. So steht’s geschrieben in holländischen Büchern, so lernen’s die Kinder in der Schule – wenn sie nicht ein Gymnasium besuchen, wo immerhin noch ein gewisser Johann Gensfleisch zum Gutenberg erwähnt wird, der Coster den Ruhm streitig macht.

Politik im Äther

Das Radio krankt (nur vorläufig noch) an einem Jugendübel: man vermeidet sorgsam jeden Anstoß. Das Gegenteil muß unser Ziel sein. Der Teilnehmer soll geärgert werden, in seinen Ansichten erschüttert — behufs Nachprüfung.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Der zweite Weltkrieg objektiv?

Ist es noch zu früh, elf Jahre nach Kriegsende ein dokumentarisch-historisches Panorama zu erwarten? Die Frage hat sich vor Jahren noch selbst beantwortet, als die Geschichtsschreibung der Siegermächte auch die Geschichtsschreibung der Wirklichkeit schien.

Dichter und Antike

Über Hugo von Hofmannsthals Verhältnis zu den Griechen und über seine stofflich auf die Antike zurückgreifenden Werke gab es bisher nur eine Reihe von Aufsätzen und Einzelinterpretatio-’ nen, die zum Teil in nicht leicht erreichbaren Zeitschriften erschienen.

Georg Brittings Werk

Nicht Ambitionen, nicht hochfliegende „Ideen“, nicht der Wille zur Künstelei und nicht der Wahn, als ,,Sprecher seiner Zeit“ apostolisch berufen zu sein, machen einen Mann der Feder (oder der Schreibmaschine) zum Dichter.

Schleswig- Holstein: Hamburgs Schlafstädte

Die Anziehungskraft Hamburgs auf die arbeitsuchende Bevölkerung Südholsteins erhöht sich ständig. Aus allen Teilen des ärmsten Landes der Bundesrepublik strömen die Menschen in die große Hafenstadt, wo sie zwar Arbeit, aber meist keine Wohnung finden.

Bremen: Was ist Dessertwein?

Als der Weiltanker „Pan“ im Oktober zweitausend Hektoliter griechischen Weines in die Tanks einer Importfirma pumpte, legte der Zoll ein Veto ein: Dieser Wein enthalte einen Alkoholzusatz, und seine Einfuhr sei daher durch das Weingesetz verboten.

Baden – Württero berg: Badenser Triumph

Während Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller, dem ersten direkt gewählten Landtag von Baden-Württemberg ein umfangreiches Arbeitsprogramm für die nächsten vier Jahre vorlegte, ordnete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe für den Landesteil: Baden ein Volksbegehren an.

Gummibaumzucht

Es ist noch gar nicht lange her, daß Beamte der alliierten Siegermächte Produktion und Verteilung der Milch in Deutschland überwachten.

Hessen: Die böse 13

Der Darmstädter Magistrat hatte sich am Freitag vergangener Woche mit einem merkwürdigen Antrag zu befassen: Ein Einwohner der ehemaligen Landeshauptstadt wünschte, daß die Hausnummer 13 in seiner Straße abgeschafft werde.

Thüringen.: Die Stadt Goethes

Hatte das berühmte Weimarer Hotel „Zum Elefanten“ zur Goethezeit bereits seinen Ruf als erstes Haus am Platze, so wahrte es ihn sich auch in seiner durch Gauleiter Sauckel grausam renovierten Form durch die Zeitstürme unseres so bewegten Jahrhunderts bis auf den heutigen Tag.

Notizen für Reisende

Das Auto als Reisegepäck. Am 29. Juni wird erstmals und versuchsweise von der Deutschen Bundesbahn bis zum 16. September auf der Strecke Hamburg–Basel–Chiasso ein Autotransportwagen eingesetzt, der den Bahnreisenden die Mitnahme des eigenen Fahrzeugs ermöglicht.

Besuch bei den Gemsen

Um vier Uhr in der Frühe schrillt das Telephon. „In 30 Minuten ist Sonnenaufgang.“ Man reibt sich den Schlaf aus den Augen und fährt mit dem Lift auf die Liegeterrasse des Schneefernerhauses.

Reiselust nimmt noch zu

Die tausend Fremdenverkehrsexperten, Vertreter von 19 Nationen, die in Hannover am 5. Deutschen Fremdenverkehrstag teilnahmen, sehen der Zukunft hoffnungsvoll entgegen.

Nervenschutz

Nach dem Muster des Parks in der Lüneburger Heide weitere Naturschutzparks in Deutschland zu schaffen: das ist das Ziel des Vereins Naturschutzpark e.

Das schnellste Schiff

Man kann es verstehen, daß die Amerikaner auf ihre United States, dieses Traumschiff aus Glas, Aluminium und Kunststoff, stolz sind.

Neuer Schritt zur Einheit Europas

Die Bestrebungen, Westeuropa enger zusammenzufließen, haben einen neuen – und wie uns scheinen will: kräftigeren – Impuls erhalten.

Baustoffproduktion läßt sich steigern

In Bonn wird seit einiger Zeit darüber beraten, wie ernsthafte Engpässe auf dem Baumarkt in diesem Jahr zu verhindern sind. Engpässe sind im letzten Herbst verschiedentlich auch auf dem Baustoffmarkt aufgetreten.

Greifen die Bremsen?

Manche Anzeichen sprechen dafür, daß die kreditrestringierenden Maßnahmen der Zentralbank bereits wirksam werden – vielleicht auch, weil sie genau im rechten Moment verschärftworden sind: zu einem Zeitpunkt nämlich, an dem sich die Übernachfrage auf einer Reihe von Gebieten „von selber“ zu korrigieren begann.

Wie lang und wie schwer ...

Überraschend haben einige Bundesländer die Revision der Verordnung über Lkw-Maße und -Gewichte beantragt; das gleiche Ziel steuert ein Initiativantrag, des Bundestagsabgeordneten Rademacher an.

Gesundes Wettbewerbsklima

Nach den harten Vorwürfen, die der Präsident der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels vor einigen Wochen gegen gewisse „rücksichtslose“ Großbetriebe des Einzelhandels wegen ihres allzu expansionsfreudigen Verhaltens erhoben hatte, mußte man auf den jetzt vorliegenden Geschäftsbericht der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (Sitz Köln) recht gespannt sein.

Leerstehendes Schloß gefällig?

In einer Veröffentlichung unter dem Motto „Freie Produktionsstätten“ machte kürzlich das Landesarbeitsamt Nordbayern (Nürnberg) auf das „leerstehende Schloß im Eigentum der Gemeinde Schwarzenfeld bei Schwandorf und auf das „ehemalige Schloß in Sulzbach-Rosenberg“ aufmerksam.

Bescheiden...

Während einige Politökonomen von Pankows Gnaden zur Zeit wieder einmal mit dem Nachweis beschäftigt sind, daß es eine Lust sei, im nach wie vor stalinistischen Reich Ulbrichts zu leben – weil man dort, im Gegensatz zur Scheinblüte des kapitalistischen Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik, unaufhaltsam einem „nie gekannten Wohlstand“ entgegeneilt –, schlägt sich die keineswegs weniger stalinistische (Ost-) „Berliner Zeitung“ Tag für Tag mit den kleinen „Wachstumsschwierigkeiten“ herum, denen sie bestimmungsgemäß in Form von Leserbriefen ihre Spalten zu öffnen hat.

Nachgeholte Gerechtigkeit

Der Zentrale Kreditausschuß hat sich am Freitag für eine Erhöhung aller Sparzinsen um ein halbes Prozent entschieden. Der Beschluß muß am 7.

Neuer Start mit Telephonen

Die griechische Regierung hat jetzt eine Ausschreibung über die Lieferung von 50 000 Telephonapparaten veröffentlicht, die am 31.

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