Die Front der Gegner einer DM-Aufwertung hat sich verstärkt: Auch der Kreditausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) sprach sich gegen eine Aufwerfung aus. – Die augenblickliche Höhe der Deviseneingänge sollte auf keinen Fall zu der Schlußfolgerung fuhren, daß durch das Gefüge der deutschen Außenwirtschaft grundsätzlich ein Ungleichgewicht bedingt ist. Die Devisenüberschüsse sind zweifellos nur zeitbedingt und werden sich in ähnlicher Höhe nicht auf längere Dauer fortsetzen.

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Der Zentralbankrat der Bank deutscher Länder sah auch auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause keine Veranlassung, die restriktive Notenbankpolitik durch eine Herabsetzung der Mindestreserven der Kreditinstitute noch zu verschärfen. Andererseits bestand aber einhellige Meinung darüber, daß die einengenden Bestimmungen über die langfristige Kapitaleinfuhr vorerst nicht gelockert werden sollten. Bei der Überprüfung der Währungs- und kreditpolitischen Lage kam der Zentralbankrat zu der Folgerung, daß sich nach der jüngsten konjunkturellen Entwicklung irgendwelche weiteren Maßnahmen zunächst erübrigen.

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Zwischen dem Bauernverband und dem Bundesernährungsministerium ist es in der Frage der Einfuhr von Auslandsbutter zu einem erneuten Streit gekommen. Die Bauern verwahren sich dagegen, daß die deutsche Butter eingelagert wird, während die in der Qualität schlechtere Auslandsbutter auf den Markt kommt. Dagegen ist das Ernährungsministerium der durchaus vernünftigen Ansicht, daß Auslandsbutter jetzt gekauft werden muß, weil sie in einigen Monaten nicht zu den gleichen Bedingungen zur Verfügung stehen würde. Der lachende Dritte bei diesem "Butterstreit" wird wahrscheinlich die – Margarine sein...