Der Boom sei vorüber; die gute Konjunktur hätte einen Schlag von der Finanzierungsseite her erhalten und wäre merklich im Umkippen, erklärte der Vorsitzer des Vorstandes der Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft, Düsseldorf (früher Dessauer Gas), Dr. Johannes Darge. Nachdem Conti Gas in 1955 noch einmal eine Umsatzerhöhung um 19 v. H. auf 357 Mill. DM erreichen konnte, sei die Zuwachsrate im ersten Halbjahr 1956 nur 4 v. H. Dabei würden vor allem die Investitionsgüter herstellenden Werke des Konzerns einen Rückgang aufweisen. Der Konzern würde daher die Konsequenzen aus seiner Marktbeobachtung ziehen und sich bei der eigenen Investitionspolitik große Zurückhaltung auferlegen. Allerdings müßten die begonnenen Investitionen bei der Kohle und bei der Schorch-Werke AG noch zu Ende geführt werden.

Von dem Gesamtumsatz der Holding entfallen 250 Mill. DM auf die Elektroindustrie, 83 Mill. DM auf den Bergbau und 24 Mill. DM auf die Energieversorgung. Die Investitionen im Gesamtkonzern hatten 25,4 (19,4) Mill. DM in 1955 betragen; 14,8 (13,3) Mill. DM konnten aus Abschreibungen finanziert werden. Das Unternehmen verteilt 9 (8) v. H. Dividende aus 3,46 (2,52) Mill. DM Reingewinn auf 36 Mill. DM AK.

Inzwischen ist das AK um 9 auf 45 Mill. DM erhöht worden. Davon hatten, wie seinerzeit berichtet, die Elektrowatt Zürich 5 Mill. und die Indelect Basel 1,1 Mill. DM zum Kurse von 200 v. H übernommen. Jetzt beschloß die HV erneut eine Kapitalerhöhung um 15 auf 6 0 Mill. DM, also im Verhältnis 3:1, wobei die jungen Aktien zu 115 v H. ausgegeben werden.

Die Konzerntöchter haben 1955 gut gearbeitet und Umsatzerhöhungen bis zu 20 und mehr Prozent erzielt. In der Bilanz haben sich infolge Wertberichtigungen auf der Grundlage des dritten DM-Bilanzergänzungsgesetzes erhebliche Verschiebungen ergeben. So werden die Beteiligungen nach einem echten Zugang von 2,5 Mill. DM jetzt mit 85,4 (57,7) Mill. DM aktiviert, gleichzeitig auf der Passivseite die gesetzliche Rücklage von 17,36 auf 42,78 Mill. DM aufgestockt. Die Bilanzsumme beträgt insgesamt 98 (69) Mill. DM. lt.