Die anfangs nur vermutete Verbindung zwischen der Metallhüttenwerke Lübeck AG – früher Hochofenwerk Lübeck AG, Lübeck-Herrenwyk, und den Buderus’schen Eisenwerken, Wetzlar, die beide zum Flick-Bereich gehören, wurde jetzt durch handfeste Angaben der Verwaltungen bestätigt. Die Metallhüttenwerke Lübeck AG hat demnach an Buderus eine Schachtelbeteiligung erworben, die im Rahmen der von der Flick-Gruppe erworbenen Majorität an Buderus liegt. Diese Kapitalverbindung ist die Voraussetzung für die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit, die nun einsetzen soll.

Zur Untermauerung des neuen Kontaktes sind folgende Personalveränderungen vorgesehen: Dr. Friedrich Flick, AR-Vorsitzender von den Metallhüttenwerken, und Alfred Rohde, Vorsitzender des Vorstandes des Lübecker Unternehmens, werden in den Buderus-AR gewählt. Andererseits soll der Vorsitzende des Buderus-Vorstandes Dr. Franz Grabowski in den AR der Metallhüttenwerke berufen werden. Im Zuge der neuen Beteiligung wird das Lübecker Unternehmen das AK von 16 auf 24 Mill. DM erhöhen. Die neuen Aktien werden zu pari den Aktionären überlassen. Allerdings ist der Anteil des AK, das sich in freier Hand befindet, sehr gering.

Für 1955 wird eine Dividende von 8 (6) v. H. aus dem Gesamtgewinn von 1,6 Mill. DM ausgeschüttet. Der Vorstand berichtet von einer all gemeinen Produktionssteigerung und von einem glatten Absatz. Über die Aussichten für das neue Jahr wird lediglich, gesagt, daß die Preise für die wichtigsten Rohstoffe wesentlich gestiegen sind. Außerdem fällt in die kommende Berichtsperiode eine Lohnerhöhung. Das Unternehmen befindet sich im weiteren Ausbau, der auch künftig erhebliche Mittel in Anspruch nehmen dürfte. ue.