Stetigkeit in der Entwicklung gilt bei der Krauss-Maffei AG, München-Allach, als oberstes Prinzip. Auch 1955, wo die Investitionen mit (in Mill. DM) 4,7 (i. V. 3,0) erstmals intensiver betrieben wurden, gelang dies ohne die Fremdkapitalbasis – ein neuralgischer Punkt in der Maschinenbauindustrie – zu erhöhen. Mit diesen Investitionen wurden die 2,2 (1,7) Abschreibungen um mehr als das Doppelte übertroffen. Bei einer Umsatzsteigerung von 71,4 auf 93,3 – die Belegschaft erhöhte sich von 4000 auf 4500 Mann – war eine Dividendenerhöhung von 5 auf 6 v. H. möglich.

Der Lokomotivenbau – 50 v. H. des Gesamtumsatzes – wurde um 23 v. H. gesteigert. Davon gingen wieder 31 v. H. in den Export. War das Umsatzbild 1955 noch durch einen indischen Großauftrag auf Dampflokomotiven gekennzeichnet, zeigt sich für das laufende Jahr ein Strukturwandel zugunsten der dieselhydraulischen und elektrischen Lokomotiven an. Der Fahrzeugbau war zwar durch die Unsicherheit in der Straßenverkehrs- und Zulassungsordnung behindert; doch hielt sich der Umsatz auf Vorjahreshöhe. Vor allem dem Schwermaschinenbau war eine Verdoppelung des Umsatzes im allgemeinen Maschinenbau zuzuschreiben. Mit 1000 t monatlich steht die Gießerei an der Spitze der süddeutschen Stahlgießereien.

Das Anlagevermögen hat sich von 12,0 auf 14,2 erhöht. Die Zugänge dienten zuerst einer Kapazitätserweiterung der Gießereien und dem Bau eines modernen Heizkraftwerkes, das 1957 in Betrieb genommen wird. Andererseits wurde das Eigenkapital – das AK beträgt unv. 13,0 – durch 1,2 Zuweisung an die freie Rücklage aus der Auflösung frei gewordenen Rückstellungen verstärkt. Rücklagen erhöhten sich damit von 3,1 auf 4,3. Der Jahresertrag erhöhte sich auf 31,4. Wenn vom Arbeitsmarkt keine Störungen kommen, wird auch für 1956 mit einem weiteren Steigen des Umsatzes gerechnet, im Epxort bedürfe das Problem der langfristigen Finanzierung einer baldigen Lösung. über den Mehrheitsaktionär Buderus bzw. Flick zeige sich eine künftige Abstimmung im Lokomotivenbau zwischen KM und der Maschinenbau AG Kiel (MAK) an. t. r.