e. s., Bremen

Auch die Stadt Bremen hat ihre Hochwassergeschädigten. Es sind die Bewohner der erst im vergangenen Jahr fertiggestellten Kriegsbeschädigtensiedlung im Vorort Arbergen. Die Nässe ihrer Gärten und Häuser hat allerdings ihren Ursprung nicht allein in den Wolkenbrüchen und Überschwemmungen der letzten Wochen. Schon seit Monaten klagen die Siedler. Jetzt entlud sich ihr Groll in einer öffentlichen Protestversammlung. Nicht Petrus, sondern entweder die Baugesellschaft oder der Architekt oder die Behörden seien schuld daran, daß sie für ihr Geld – zum größten Teil ließen die Kriegsbeschädigten dafür ihre Renten kapitalisieren – mangelhafte Häuser bekommen hätten.

Die Bewohner der Arberger Siedlung klagen über feuchte Fußböden und Schimmelflecke an Möbeln. Die Kriegsbeschädigten sagten, im wesentlichen sei die falsche Anlage der Straße durch die Siedlung, aber auch eine ungenügende Isolierung der Grundmauern Ursache dafür, daß die Feuchtigkeit immer mehr in ihre Häuser eindringe und ihre Gesundheit gefährde. Die Straße liegt nämlich sechzig Zentimeter über den Vorgärten – etwa vierzig Zentimeter mehr, als in den Bauzeichnungen ursprünglich vorgesehen, behauptet der Archi- – tekt. In Ermangelung einer Kanalisation und eines Straßengrabens läuft das Wasser in die Vorgärten.

Der Architekt meint dazu, die Siedler seien selbst schuld. Denn sie hätten die Erde an den Außenmauern ihrer Häuser bis über die Isolier- – Schicht aufgeschüttet.

Bei der Baugesellschaft schiebt man die Ursachen der zweifellos vorhandenen Mängel darauf, daß die Behörde den Bau der Straße nicht nach den ursprünglichen Angaben habe durchführen lassen. Die Behörde wiederum bestreitet, falsch gehandelt zu haben. Erst nachdem die Siedler den Weg in die Öffentlichkeit gewählt hatten, setzte die Baugesellschaft sofort einen Sachverständigen ein. Sie versprach, alle Maßnahmen ausführen zu lassen, die er für notwendig halte, "ganz gleich, wer später die Zeche bezahlt," Vorsichtshalber habe man aber dem Architekten das Honorar gesperrt. Den Kriegsbeschädigten ist das alles gleichgültig. Sie wollen nur, daß nach monatelangem Warten überhaupt etwas getan wird.