Atombibliothek nach Frankfurt? Neben Bonn und München-Riem bewirbt sich jetzt auch Frankfurt als "geographisch dafür am günstigsten gelegener Ort" um die Beherbergung der vom Bundesatomministerium geplanten Atombibliothek. Die Bücher werden von amerikanischen wissenschaftlichen Kreisen im Rahmen der Verträge mit dem deutschen Atomvertragspartner geliefert.

Kein Platz für das Archiv. Das Staatsarchiv Bremen, das Hunderte von wertvollen Dokumenten zum Teil noch des Mittelalters besitzt, klagt über den Mangel an Räumen, in denen zwölf Kilometer Regale eingerichtet werden müßten, um die Schätze unterzubringen. Viele Akten waren während des Krieges ausgelagert und sind währenddessen durch die Nässe und den Mangel an Frischluft fast völlig zerstört. Besonders dringlich wird der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten durch die Rückkehr der wertvollsten Bremer Archivalien aus dem Potsdamer Staatsarchiv.

Riemenschneider in Österreich entdeckt. Als wahrscheinlich einziges Werk Tilman Riemenschneiders in Österreich wurde jetzt, mit Ölfarbe übermalt und in einer dunklen Ecke hängend, eine Christusfigur in der Wiener Vorstadtkirche St. Anton entdeckt. Das Werk soll bei Vollendung des Kirchenbaus im Jahre 1893 von einem Lazaristenpater in die Kirche gebracht worden sein.

Wird Meyerhold rehabilitiert? In Moskau ist soeben eine Sonderkommission zusammengetreten, die das Werk des bedeutenden sowjetischen Regisseurs Wselowod Meyerhold "studieren" soll. Meyerhold, jüdischer Abstammung, wurde 1937 vorgeworfen, in seinem Theater würden zu wenig sowjetische Schauspiele aufgeführt. 1938 verschwand er spurlos und ist seitdem in der Sowjetunion totgeschwiegen worden.

Fälschungen? Als Fälschungen bezeichnete im Gegensatz zu anderen bedeutenden Sachkennern der prominente französische Altertumsforscher Severain Blanc die am 26. Juni in einer Höhle im französischen Perigord entdeckten angeblich prähistorischen Zeichnungen. Blanc erklärt, diese Zeichnungen schon vor sechs Jahren gesehen und als Fälschungen erkannt zu haben. Er glaubt, beweisen zu können, daß die Fälscher sich bestimmter Postkarten von anderen Höhlenzeichnungen als Vorlage bedient haben. In diesem Zusammenhang erinnert Albert Mousset in der Pariser Zeitung "Le Monde" an die vor kurzem in einer nordafrikanischen Höhle gefundenen "prähistorischen" Zeichnungen, die sich bei näherer Untersuchung als die von Mekka-Pilgern angefertigten Darstellungen von Lokomotiven entpuppten.

Große Männer vor "GottesThron". Anna Paskowski, die Enkelin und langjährige Sekretärin Giovanni Papinis, hat mitgeteilt, daß das fast vollendete Werk des katholischen Denkers "Das Weltgericht" bald herausgegeben werden kann. Das Buch, an dem Papini zehn Jahre lang arbeitete, soll auch die Urteile enthalten, die nach Papinis Meinung eine Reihe großer Männer (welche, ist noch nicht bekannt) vor Gottes Thron erhalten werden.