Premierminister Eden am 23. Juli:

Der Außenminister ist, wie er kürzlich sagte, der Ansicht, daß sich die Rüstungswaagschale zugunsten Israels neigt. Ich hoffe, er wird uns in seiner morgigen Rede ausführlich erklären, wie er zu dieser Ansicht gelangt ist. Wir wissen, um nur ein Beispiel zu nennen, daß Ägypten über etwa 150 Sherman- und 200 Valentine-Panzer verfügt und daß es von uns 40 Centurions, die modernsten und schwersten Panzerwagen, die es im Westen gibt, erhalten hat. Zwar besitzen auch die Israelis Sherman-Panzer, aber sie haben keine Centurions. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgend jemand auch nur einen Augenblick darauf verfallen könnte, in den Shermans ernstzunehmende Gegner für die Centurions zu sehen.

Was das Waffengeschäft mit der Tschechoslowakei angeht, so sind nach den Berichten 100 schwere Stalin III geliefert worden, sowie 200 tschechoslowakische T 34, die meines Wissens leichter als die Stalin III oder die Centurions sind.

Alles, was die Israelis bekommen haben, sind einige leichte französische Panzer. In der Luft sieht die Situation (für Israel) noch schlechter aus, denn durch das tschechoslowakisch-ägyptische Waffengeschäft hat Ägypten 200 MiG-Düsenjäger und 60 schwere Bomber vom Typ Ilyushin bekommen. Soweit uns bekannt, hat Israel nichts gegen die MiG’s aufzubieten, es sei denn einige kürzlich gelieferte französische Jagdflugzeuge; und gegen die Ilyushin-Bomber kann es bestimmt überhaupt nichts einsetzen.

Dann sind da noch die zwei Zerstörer, die wir Ägypten geliefert haben. Zwar haben wir auch Israel zwei geliefert, aber Ägypten hat vor kurzem noch zwei weitere Zerstörer russischer Bauart aus Osteuropa erhalten.

Außenminister Selwyn Lloyd am 24. Juli:

"Ausgehend von den mir zur Verfügung stehenden Informationen glaube ich, daß das, was ich gesagt habe, richtig war. Natürlich habe ich von der militärischen Stärke gesprochen und stellte, als ich mir meine Meinung bildete, eine ganze Reihe von Faktoren in Rechnung, die sich zu Israels Gunsten auswirken: ein einheitliches Oberkommando, günstigere Nachschubwege, ein besserer Stand der technischen Ausbildung und schließlich die Fähigkeit, die vorhandenen Waffen einsatzfähig zu halten und überhaupt mit ihnen umgehen zu können. Nach unserer Auffassung ist Israel in der Lage, sich erfolgreich verteidigen zu können ..."