Am 11. August kann die Vereinsbank in Hamburg, die älteste Hamburger Aktienbank, auf ihr 100jähriges Bestehen zurückblicken. Es gibt nur wenige Kreditinstitute, die innerhalb eines solchen Zeitraums an ihren Geschäftszielen und -prinzipien so zäh festgehalten haben, wie es bei der Vereinsbank der Fall ist. Vom Gründungstag bis heute sah sie ihre Hauptaufgabe in der Handels- und vornehmlich Außenhandelsfinanzierung. Da sie es vom ersten Tage an ablehnte, spekulative Geschäfte zu machen, hat sie alle Wirtschaftskrisen des vorigen Jahrhunderts und auch der neueren Zeit überwunden, ohne selbst Schaden zu nehmen. Kein Wunder also, wenn in Hamburg die Vereinsbank-Aktie zu den "goldgeränderten" zählt und in vielen Portefeuilles Hamburger Kaufleute als sichere Anlage verwahrt wird.

Die Geschichte der Bank ist mit der Entwicklung derFreien und Hansestadt Hamburg zum Welthafen eng verbunden. Führende Persönlichkeiten des damaligen hamburgischen Wirtschaftslebens waren 1856 ihre Gründer. Der Kontakt zum Handel, zur Schiffahrt und in jüngerer Zeit auch zur Industrie hat in den 100 Jahren ihres Bestehens niemals an Intensität verloren, auch als die Großbanken zu einem bedeutsamen Faktor im deutschen Wirtschaftsleben wurden. Die Vereinsbank hat sich bewußt an ihre Aufgabe als Regionalbank gehalten; Filialen wurden nur in dem damals noch nicht zum Hamburger Stadtgebiet gehörenden Altona, in Kiel und in Cuxhaven eröffnet, das seinerzeit noch ein Teil hamburgischen Staatsgebiets war. Wer die Bilanzen der Vereinsbank in den letzten Jahren verfolgt hat, wird feststellen, daß sie sich am "Wettstreit der Bilanzsummen" nicht beteiligte. Auch mit dieser Zurückhaltung liegt sie auf der Linie ihrer Geschichte, durch die sich als roter Faden die unbedingte Solidität zieht. -dt