Ijie gesamte Eisenguß Erzeugung im Bundesgebiet stieg im ersten Halbjahr 1956 gegenüber dem Jahresdurchschnitt 1955 um 56v. H auf rund 16 Mill t an Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Produktion der Bua er usschen Eisenwerke, Wetzlar,nurum 7000 auf 158 000 t. Damit ist der innerdeutsche Marktanteil des Unternehmens von 10 3 auf 94v. Hgefallen. Auftragseingang und Produktion hielten sich die Waage. Die Mehrzahl der Buderus Werke ist vollausgelastet und arbeitet in zwei und drei Schichten. Auch der Umsatz konnte um 33v. H auf 131 56 Mill. DM gesteigert werden. Der Export nahm in den ersten sechs Monaten 1956 um 18 5v. Hzu.

Bei Druckröhren allerdings ergaben sich Schwierigkeiten, weil die öffentliche Hand als Hauptabnehmer infolge der Kreditrestriktionen den an und für sich vorlandenen großen Bedarf nichtrechtzeitigverplanenkann. Im Hinblick auf die Notwendige Steigerung der westdeutschen Wasserversorgung erklärte Generaldir. Dr. Franz Grabowski auf der HV die Einschränkungen gerade auf diesem Gebiet alssehrbedenklich zumal dazu aus konjunkturellen Gründen kein Anlaß bestehe.

Im gesamten Buderus Bereich einschl der Tochtergesellschaften und Beteiligungen wurde im ersteh Halbjahr 1956 ein um 3v. H über der Vorjahrshöhe liegender Umsatz von rund 321 Mill DM erreicht. Für das laufende Geschäftsjahr wird insgesamt ein Umsatzvolumen etwa wie im " Vorjahr erwartet, wobei allerdings — wie Dr. Grabowski erneut betonte—die Kostenentwicklunginletzter Zeitgroße Sorgenbereite, da sie die Erträge ganz erheblich schmälere. Dr. Grabowski appellierte daher an die eisenschaffende Industrie, Preisdisziplin zu wahren! Eine rücksichtslose Ausnutzung ihrer starken Marktposition sei Unvertretbar, weil sie die Gesundieit und Lebensfähigkeit ihres Hauptabnehmers, nämlich die Gießerei Industrie, gefährde und darüber hinaus auch die Gewerkschaften zu Lohnerhöhungenermuntere, die kaum erfüllt werden könnten. Dr. Grabowski wies auf die in jüngster Zeit erfolgte Kostenerhbhmg durch den neu festgesetzten Gießereikokspreis hin, der die Ertragslage wesentlich verschlechtert habe. Das Preisniveau sei von Buderus auf Kosten der Gewinnspame nicht nur unter dem Druck der Konkurrenz, sondern auch aus grundsätzlichen Erwägungen gehalten worden. Wenn ab 1. Oktober die 45 Stunden Woche bei vollem LohnEusgleich in Kraft trete, bringe dies weitere K Osten Verteuerungen mit sich und damit eine erneute Verschlechterung der Ertragslage, selbst wenn die zusätzlichen Kosten weitergegeben würden.

Von der Verbindung mit der Flick Gruppe — sie hat die Mehrheit des Buderus AK erworben — wird eine Sicherung des Rohstoffbedarfs und die Stabilisierungder Beschäftigung durch feste Bindungen zur Weiterverarbeitung erwartet. AR Vositzender Deuß bezeichnete die neue Mehrheitsbeteiligung als "klugeindustrielle Konzeption Durch die Verbindung mit Krauss Maffei, den Metallhüttenwerken Lübeck und der Maschinenbauanstalt Kiel sei man künftig weniger abhängig vom privaten und öffentlichen Baumarkt, ebenso würden sich Vorzüge in der Rohstoffversorgung ergeben. Deuß wies auf die Re Entflechtung an der Ruhr hin. Dort entstünden Industriegrup pe nvonbea ch tl icher Grbße, die durch den Verbund von Rohstoff und Weiterverarbeitung eine erhebliche Kraft besäßen, die für Buderus ernste Konkurrenz darstelle.

Die HV genehmigte für 1955 wieder eine Dividende von 8 v. H auf das gewinnberechtigte AK (26 45). An Stelle des verschiedenen AR Mitgliedes Dr. Hugo Zinsser, ist Dr. Erich Vierhub von der Rhein Main Bank neu gewählt worden. Durch Verschiebung der Besitzverhältnisse bei Buflerus wurde eine weitere Veränderung notwendig. Die früheren Mitglieder, Bergassessor a. D. Otto Kippenberger, Gießen, und Dr. Hans Simon, Köln, stellten ihre Mandate zur Verfügung. Dafür stimmte die HV dem Vorschlag des Vorstandes zu, die jetzigen Mehrheitsbesitzer. Dr. Friedrich Flick, und Alfred Rohde vom Metallhüttenwerk; Lübeck, neu in den AR zu wählen —ck