Wie stark der Steinkohlenbergbau an der Ertragskraft der Gruppe Gelsenkirchener Bergjüngste Jahresabschluß dieses größten Zechenunternehmens der Bundesrepublik recht, anschaulich. Bei einem Gesamtumsatz von 2 38 (2 005) Mrd; DM — mithin eine Erhöhung um 18 7 v. H — entfallen auf die Bergbaubetriebe 972 (895) Mill, auf die ErdölBenzin Gruppe (zusammengefaßt in der 1 7 Mill t Rohöl durchsalz leistenden GelsenbergBenzin AG) 530 (397) Mill und auf den Handel (Raab Karcher GmbH) 841(713) Mill. DM. An dem Reinertrag des Jahres in Höhe von rund 50 Mill. DM bzw am Gesamtumsatz sind diese drei Sparten außerordentlich unterschiedlich beteiligt. Der Bergbau hält mit 72 v. H. Ertrags- und 42 v. H. Umsatzanteil vor der Erdölgruppe mit je 22 v. H und dem Handel mit nur 6 v. H. Anteil am Ertrag bei 35 v. H. Anteil am Umsatz die Spitze. In absoluten Zahlen heißt es, daß der Bergbau 36 Miß- DM Erdölgruppe 11 Mill. DM und die Handelsorganisation nur 3 Mill. DM am Reinertrag beisteuerten.

Aber dieser Reinertrag geht leider zu einem sehr großen Teil in diesem Jahr an den Aktionärenvorbei Sie erhalten, obwohl GBAG in seiner gesunden Entwicklung, in Förderung, bei der pro Kopf Leistung und im Ertrag über dem Ruhrdurchschnitt steht, nur 6v. H. Dividende aus rund 23 Mill, DM Reingewinn. Der Ertrag wird mit 20 5 Mill. DM für " andere Abschreibungen" in Anspruch genommen, wovon allein 19 2 Mill. DM für Abschreibungen auf das Erin Paket verwandt werden müssen. Die Zeche des erbitterten Besitzkampfes um die Erin Bergbau AG, dem schwarzen Diamanten des Reviers, zwischen der August Thyssen Hütte und GBAG auf der einen Seite und Hermann D. Krages, Bremen, auf der anderen Seite mit den phantastischen Kurssteigerungen auf über 450 v. Hbezahlen nun zunächsteinmalmiteinemteilweisen Dividendenverzicht die Aktionäre! Die Geschädigten können sich also in Bremen bedanken. Der Spekulationswirbel jenes Mannes ist, wie wir seinerzeit schon voraussagten, nicht ohne erhebliche Einbuße für alle übrigen Aktionäre ausgegangen. Dabei bleibt festzuhalten,daß, vom Unternehmen aus gesehen, der Erin Erwerb auf lange Sicht ein gutes Geschäft ist. GBAG und ATH haben zusammen 85 v, H des Erin AKs, davon ATH 51 v. H und GBAG 34 v. H, Wenn man weiterhin aus dem Bilanzwerk entnimmt, daß das Unternehmen seit 1949 rund 800 Mill. DM ( davon 212 Mill. DM für freiwilligen) Sozialaufwand verausgabte, wovon auf das Berichtsjahr 163 bzw. 55 Mill. DM entfallen, andererseits aber für alle Dividenden in der gleichen Zeit einschl der jetzt vorgeschlagenen wieder 6v. H nur ein Durchschnittssatz von rund 2v. H oder zusammen 54 Mill. DM zur Verfügung gestellt wurden, so darf man wohl von einem beträchtlichen Nachholbedarfaufder Seiteder Kapitalmarktpflegesprechen. Wir glauben, daß dies auch von der Verwaltung gesehen wird. Auf unsere Frage in einer Bilanzbesprechung erklärte sie, daß die 6v. H keineswegs ein Endziel seien, daß man für das laufende Geschäftsjahr sicherlich die Dividendeerhöhen und daß man auf längere Sicht auch wieder an den Kapitalmarkt herantreten werde, da die langfristigen Investitionspläne, wenn auch noch nicht in diesem oder dem nächsten Jahr, so doch später, eine gewisse Fremdfmanzierung erfordern.

Bei normalen Abschreibungen von etwa 100 Mill. DM jährlich stellt sich das bisher genehmigte Invest it ionsprogramm auf 700 bis 800 Mill. DM für die nächsten fünf bis sechs Jahre. Davon entfallen 130 Mill. DM auf den Bau eines neuen Steinkohlenkraftwerkes mit 300000 installierten kW auf der Zeche Prinzregent ( Bauzeit fünf Jahre), weitere 150 Mill. DM auf den Bau einer neuen Großkokerei auf der Zeche Zollverein Bauzeit vier Jahre) und der Anteil am Esso Pipeline Projekt zugunsten von Gelsenberg Benzin mit 60 bis 80 Mill DM neben dem normalen Investitionsaufwand von etwe 350 Mill. DM für die laufenden Aufgaben.

Da die Ertragskraft der Kohle seit der le: zteu Preiserhöhung wiederbefriedigendgewordenist, ferner im laufenden Geschäftsjahr die Schichtleistung je Kopf steigt ( wenn sie auch mit 1621 kg je Mann und Schicht noch um 300 kg unter dem Vorkriegsdurchsdmitt liegt) und die Fördermenge um 05 Mill t gegenüber dem Vorjahres Halbjahr höher liegt, ist die Verwaltung zuversichtlich für die nahe Zukunft. Man plant daher, ebenfalls einen neuen Zentralschacht abzuteufen und will schon in Kürze, sobald der Standort entschiedet ist, an die Verwirklichung gehen. Dabei rechnet man mit jährlichen Baukosten von zunächst 10 bis 15 Mill. DM. Die Betriebszahlen der GBAG Gruppe weisen neue Höchstleistungen auf über 50 KUometer ist die "Kollenabbaufront" untertage lang, an der täglich in den GBAGZechen Kohle gehauen wird. 19 ( 18 2) Mill t Steinkohle wurden 1955 gefördert, mithin 15 7( 15 4)v. H der gesamten Ruhrförderung. Der Anteil des deutschen Rohöls am Durchsatz von 1 47 (115) Mill t stellte sich auf 44 v. H. Die GBAG hat zum 31. Dezember 1955 erneut eine konsolidierte Bilanz ihrer lOO v H Töchter zusammengefaßt ( also z. B ohne Erin), die aber mit den Einzelbilanzen ( per 31. März) wegen des Stichtag Unterschiedes nicht ohne weiteres zu vergleichen ist. Zu den konsolidierten Unternehmen gehören die Aktiengesellschaften Dortmunder Bergbau, Bochumer Bergbau, Rheinelbe Bergbau, ferner Gewerkschaft Donar, Gelsenberg Benzin AG, Raab Karcher GmbH und Vereinigte Hofgesellschaften GmbH. Bei den Bergbau Gesellschaften befinden sich außerdem 50 v H Anteile an Hansa Bergbau, Carolinenglück Bergbau, Graf Moltke und Kokerei Alma. Die anderen 50 v. H dieser vier liegen bei Stahlwerken. Ferner ist im Portefeuille der Gruppe ua. 25 3v. H an der Ruhrchemie AG, 27 2v. H an der Ruhrgas AG, 13 v. H an der Steinkohlen Elektrizitäts AG, 33 33 v. H an der Kohleverwertungs GmbH und 25 v. H an der Vacuum Reederei GmbH r It.