Für die "Nordsee" Deutsche Hochseefischerei AGin Bremerhaven haben sich die Erwartungen in 1955 erfüllt. Die Anlandungen erhöhten sich um 14 v. H. auf rund 148 000 t, so daß der Anteil der Gesellschaft an den Gesamtanlandungen der deutschen Hochseefischerei mit wieder 28 v. H. gegenüber dem Vorjahr gleichblieb. Ende 1955 stand der "Nordsee" eine Flotte von 52 Schiffen zur Verfügung, von denen 42 Einheiten Eigentum der Gesellschaft waren. Das Durchschnittsalter der Einheiten entspricht mit etwa sieben Jahren dem der gesamten deutschen Hochseefischereiflotte.

Der Ausbau des Filialnetzes wurde durch die Eröffnung von 21 neuen Verkaufsstellen fortgesetzt. Die Industriebetriebe der "Nordsee" konnten im Berichtsjahr die Umsätze um 15 v. H. steigern. Allerdings waren, wie die Verwaltung betont, infolge des harten Konkurrenzkampfes die Preise unzureichend. An anderer Stelle des Geschäftsberichtes wird zu diesem Problem erwähnt: "Eine sehr bedauerliche Folge des oft unvernünftigen Konkurrenzkampfes in der Fischindustrie war das Erliegen namhafter Betriebe im Berichtsjahr. Die deutsche Fischindustrie braucht aus marktpolitischen und Sortimentsgründen gesunde mittelständische Betriebe. Es wäre der Prüfung wert, ob Zusammenschlüsse kleinerer Betriebe zur Erhaltung und Stärkung dieser, mittelständischen Industrien ein geeigneter Weg sind."

Die "Nordsee" selber hat im Berichtsjahr das Nebeneinanderlaufen gleicher Produktionen in verschiedenen Betrieben weitgehend abgestellt und die Fertigungen konzentriert. Hierdurch wurde es möglich, die Gestehungskosten zu senken. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Unternehmen der Tiefgefrierproduktion. Nicht zuletzt deshalb, weil die Gesellschaft hier die Möglichkeit für eine Steigerung des Fischkonsums sieht. Der Export von Fisch und Eisenerzeugnissen konnte ebenfalls ausgeweitet werden, ebenso haben die Lieferungen nach der Sowjetzone zugenommen.

Der Reingewinn von 1,83 Mill. gestattet wieder die Verteilung von 8 v. H. Dividende auf die 18,00 Mill. DM Stammaktien und die 4,00 Mill. DM Vorzugsaktien. Die Gesellschaft hofft, auch im laufenden Jahr die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu haben, um die umfangreichen Bauvorhaben für die Industriebetriebe durchführen sowie die Dividendenausschüttung und die Sozialleistungen fortsetzen zu können. Soweit sich das Jahr 1956 bisher beurteilen läßt, "dürften die Ergebnisse entsprechend ausfallen". W. S.