Es ist bei der Unterweser Reederei AG in Bremen zum guten Brauch geworden, auf der HV jeweils zu aktuellen Schiffahrtsfragen Stellung zu nehmen. Diesmal war es der Strukturwandel in der Trampschiffahrt, auf den der AR-Vorsitzer Franz Schütte hinwies. Vor allem in den Industrieländern steigerte sich nach dem Krieg der über See ankommende Massengutverkehr in einem Umfang, der es notwendig machte, gewisse Rohstoffe im Interesse einer regelmäßigen Versorgung nicht nur auf Basis von Einzelreisen zu befördern, sondern Tonnage auf Kontraktbasis aufzunehmen. Mit dieser Entwicklung hat auch gleichzeitig eine jetzt immer mehr sichtbar werdende Aufgliederung der Trampschiffahrt in verschiedene Spezialfahrtgebiete für Erze, Kohlen, Gipssteine und u. a. Bauxit eingesetzt. Trotz der schwierigen Ausgangsposition der deutschen Handelsflotte ist ein großer Teil der in der Massengutfahrt tätigen deutschen Reeder diesem Beispiel gefolgt. Schütte wies darauf hin, daß die steuerlich sehr gering belastete bereits rund 9 Mill. t umfassende Panama-, Kostarika-, Honduras- und Liberia-Tonnage eine wirkliche Bedrohung für die deutsche Trampschiffahrt bildet, die in ihrem vollen Ausmaß rechtzeitig erkannt werden sollte.

Die URAG-Flotte war im Geschäftsjahr 1955 voll beschäftigt und die Schlepperflotte gut ausgelastet. Die Erfolgsrechnung schließt bei einem Jahresertrag von 8,29 (8,48) Mill. DM auf Grund des mit der Metallgesellschaft AG in Frankfurt bestehenden Gewinn- und Verlustübernahmevertrages ausgeglichen. An die freien Aktionäre werden 12 v. H. Dividende gezahlt. W. S.