n. t., Bremen

In der alten Wasserburg des Gutes Riensberg, die heute mitten in den Wohnvierteln Bremens liegt und seit mehreren Jahren das Focke-Museum beherbergt, befinden sich seit kurzem zwei Gemälde, Porträts eines bekannten Bremers und seiner Frau, aus dem 19. Jahrhundert, von einem Bremer Maler aus der Biedermeierzeit.

Diese Gemälde sind von einer Hamburger Kunst- und Antiquitätenhandlung im Auftrage eines ungenannten Kunden an das Focke-Museum geschickt worden. Dort tippte man sofort auf einen Bremer als Spender, denn wer sonst könnte ein Interesse an diesen Bildern und ihrem weiteren Schicksal gehabt haben?

Erst genauere Nachforschungen erbrachten die Wahrheit, die nachdenklich und glücklich stimmen kann. Der Spender, der die beiden Gemälde in dem Hamburger Geschäft gefunden und für Bremen erworben hatte, ist ein Japaner namens Kitagawa. Und von Beruf ist er nicht etwa kunstbeflissener Gelehrter oder Diplomat, sondern ganz einfach – Seemann. Alle Monate bringt ihn sein Schiff, das zwischen Ostasien und der Nordsee verkehrt, auch nach Bremen.

Und der Seemann Kitagawa aus dem traditionsreichen Land der aufgehenden Sonne fühlte sich von der Tradition der alten Hansestadt an der Weser so beglückt, daß er dieser Stadt als Dank für solche Eindrücke die beiden Bilder schenkte.