Niemand bezahlt gern mit seinem Geld den Luxus anderer Leute. Dies meinte wohl auch die "Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände", die vor einem übertriebenen "Verkaufsluxus" glaubte warnen zu müssen. Dies war eine deutliche Spitze gegen den Handel, der ohnehin gerade in diesen Wochen erneut unter gewerkschaftlichem Störfeuer liegt...

Nun ist aber nicht alles, was etwa im Einzelhandel nach Luxus aussieht, ausschließlich dem Repräsentationsübermut des Kaufmanns entsprungen. Vieles davon ist nur Ausdruck und Ergebnis einer modernen, fortschrittlich und wirtschaftlich notwendigen Betriebsführung. Wie stark der Druck (auch des Wettbewerbs) auf den rückständigen Einzelhändler ist, zeigen die Umsatzerfolge, die dort erreicht werden, wo sich der Kaufmann nicht gegen das Vordringen vorverpackter Einzelhandelsgüter in sein Sortiment wehrt. Vorverpackte Lebensmittel sind z. B. nicht nur hygiensicher, sondern auch kostensparend, weil sie weniger Personal- und Vorleistungskosten erfordern. Die Umsätze in vorverpackten Lebensmitteln sind je Kopf der Beschäftigten einfach deshalb höher, weil eine Verkäuferin schneller arbeiten kann, weil sie sich nicht mit dem zeitraubenden Abwiegen aufhalten muß. Vorverpackte Ware und Selbstbedienung hängen eng zusammen.

Vorverpackte Waren erfordern allerdings andere Ladeneinrichtungen, die vielleicht nach Luxus aussehen, in Wirklichkeit aber nur wirtschaftlicher Notwendigkeit entsprechen. Luxus wäre es allerdings, wenn sich Einzelhandel, Großhandel und Industrie auf die Dauer über die "Verpackungsstelle" nicht einigen würden, Allein aus Kostengründen gehört eine Verpackungsmaschine nicht in einen Einzelhandelsbetrieb üblicher Größe. Das wäre Luxus. In diesen notwendigen "Luxus" müssen sich Großhandel und Industrie teilen. Dü.