Die Außenhandelsbilanz der Bundesrepublik schloß im Juli mit einem Aktivsaldo von 170 Mill. DM ab. Im Juli des Vorjahres, betrug der Ausfuhrüberschuß nur 48 Mill. DM. Wenn auch in der Zeit vom Januar bis Juli der Wert der Einfuhren auf 15,5 Mrd. DM und damit gegenüber dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres um 14,6 v. H. angestiegen ist, so ist doch von einem Forcieren der bundesdeutschen Importe noch nicht viel zu merken, zumal der Ausfuhrwert auf 17,1 Mrd. DM stieg und damit gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 19,6 v. H. höher lag.

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Mit der von Bundesfinanzminister Schäffer 1952 nur widerwillig zugestandenen Sektsteuersenkung wurde, wie jetzt deutlich erkennbar wird, eine starke Absatzbremse beseitigt. Der Sektkonsum hat auch im Rechnungsjahr 1955/56 kräftig zugenommen. Insgesamt wurden 28,3 Mill. Flaschen Sekt verkauft, das sind 29 v. H. mehr als 1954/55. Dank des höheren Absatzes sind auch längst die durch die Sektsteuersenkung zunächst verursachten Steuereinnahmeausfälle ausgeglichen worden; Für Schäffers Kasse ist die Steuersenkung bereits zu einem Gewinn geworden.

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Die empfindlichen Preissteigerungen für Butter haben nun auch das Bundesernährungsministerium hellhörig gemacht: Die Absatzzentralen in den Bundesländern wurden angewiesen, in den kommenden Wochen aus ihren Kühlhausvorräten in verstärktem Umfange Butter auf den Markt zu bringen. Auch der Zentralverband des Buttergroßhandels hat an die Hausfrauen appelliert, unberechtigten Preissteigerungen für deutsche Markenbutter durch überlegte Einkäufe von gleichwertiger Auslandsbutter entgegenzuwirken, übrigens wird von Bonn eine "Dreimächtekonferenz" mit Schweden und Dänemark geplant. Sie soll dem Zweck dienen, künftig auch Schweden als Butterlieferant für die Bundesrepublik stärker einzuschalten.