M. A., Karatschi, im August

Habib Ibrahim Rahimtoola, der Minister für Handel und Industrie von Pakistan, hielt im "Deutschen Lesesaal" in Karatschi eine bemerkenswerte Rede. Er gab einen Bericht über seine Deutschlandreise und sprach enthusiastisch von der deutschen Wirtschaftslage – dem Wunschtraum aller Pakistanis...

Besonders hatten ihn Dinge beeindruckt, die für uns so selbstverständlich erscheinen, hier aber revolutionär wirken; Fabrikkantinen, bezahlter Urlaub, Sozialversicherungen und überhaupt die Zusammenarbeit zwischen Arbeiter und Unternehmen, vor allem aber das Verhältnis des Arbeiters zu seiner Arbeit.

In Pakistan, das sehr langsam aus dem "Feudalschlaf" erwacht, sind Arbeiter mehr oder weniger nur Werkzeuge in der Hand der Unternehmer, die sich nicht einen Deut um die soziale Lage der Untergebenen kümmern. Versicherungen (selbst für Unfall), Renten oder andere soziale Maßnahmen sind noch unbekannt. Es gibt Ausnahmen nur in Betrieben mit europäischen Experten.

Die Rede des Ministers aber gipfelte in dem Vorschlag, eine Deutsch-Pakistanische Technische Schule zu gründen. Er sagte wörtlich: "Wir senden eine Anzahl von jungen Menschen zum technischen Training nach Übersee. Ich glaube, es würde sehr nützlich sein, ein technisches Institut in Pakistan zu eröffnen, das völlig nach deutschen Maßstäben, mit deutschen Lehrkräften und deutscher Ausrüstung arbeitet. Ein solches Institut würde einer größeren Anzahl von Personen zugänglich sein und ihr helfen, technische Fachkenntnisse aus erster Hand zu erlangen." Er hoffe, sagte der Minister ab schließend, daß die maßgeblichen Stellen in Deutschland diese Idee aufgreifen werden.