G., Athen, im August

Die westdeutschen Ausfuhren nach Griechenland erreichten nach den von der griechischen Notenbank veröffentlichten Daten über den Zahlungsverkehr zwischen beiden Ländern im 1. Halbjahr dieses Jahres 153,13 Mill. DM. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresabschnitt ist damit eine Erhöhung um 22,6 v. H. eingetreten. Diese Steigerungsquote reicht an die Vergleichsprozente 1955 und 1954 nicht heran; dabei muß aber berücksichtigt werden, daß nach der Liberalisierung der Einfuhr nach Griechenland im April 1953 naturgemäß irreal hoher Einfuhrsog im darauffolgenden Jahr die Konsequenz war. Der wirtschaftliche Impuls durch Liberalisierung und Währungsabwertung hielt in Griechenland auch noch Anfang 1955 an, während danach die Lagerauffüllung einen gewissen Abschluß fand und auch der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung an Intensität verlor.

Die wichtigsten westdeutschen Exportgüter waren im 1. Halbjahr 1956 (in Mill. DM) Eisen, Eisenbleche und Stahl mit 15,75, Maschinen und Maschinen teile mit 14,94, Automobile 10,11, Elektroerzeugnisse 7,04, verschiedene Spinnfasern und Stoffe daraus (außer Wolle und Baumwolle) 5,21 sowie ferner Chemikalien, Motore, Draht, landwirtschaftliche Maschinen, Pharmazeutika, Baumwollstoffe. Wertmäßige Verlagerungen gegenüber den Exporten im 1. Halbjahr 1955 traten im positiven Sinne besonders bei Automobilen, Elektrowaren sowie Eisen und Stahl ein, in negativer Weise bei Maschinen und Chemikalien.

Griechenland blieb im 1. Halbjahr mit seinen Exporten in die Bundesrepublik weit hinter dem deutschen Ausfuhrvolumen zurück und erreichte nur 55,43 Mill. DM gegenüber 59,65 Mill DM im entsprechenden Zeitabschnitt 1955. Dabei kann allerdings darauf verwiesen werden, daß erfahrungsgemäß diese Diskrepanz in der zweiten Jahreshälfte durch forcierte griechische Exporte stark gemindert wird.