In den USA wurde der Diskontsatz erneut heraufgesetzt. Das Federal Reserve Board hat die Bankrate der Bundesreservebanken in New York, Philadelphia, Richmond und Chikago um ein Viertel Prozent auf 3 v. H. erhöht, In Minneapolis und San Franzisko war schon im April der Wechselkredit verteuert worden. Der Satz von 3 v. H. ist der höchste seit 1933. Die Notenbankleitung hofft, durch diese Maßnahme den immer noch vorhandenen Übersteigerungen Einhalt gebieten und Neuinvestitionen verlangsamen zu können.

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Auch die Notenbank der Niederlande hat den Diskontsatz mit Wirkung vom 25. August heraufgesetzt, und zwar von 3 auf 3 1/4 v. H. Mit dieser Maßnahme will die Niederländische Notenbank der Diskonterhöhung in den USA Rechnung tragen, aber auch der Tatsache, daß der Diskont für Dreimonatsschatzanweisungen bereits seit längerem auf der gleichen Höhe wie der Wechseldiskont lag. Diese Diskonterhöhung ist also in erster Linie nicht als Gegenmaßnahme gegen vorhandene inflationistische Tendenzen in den Niederlanden gedacht, sondern als eine Anpassung an die gegebene internationale und inländische Situation. Dennoch dürfte auch von dieser Diskonterhöhung eine bremsende Wirkung auf die wirtschaftliche Aktivität des Landes ausgehen,

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In der Bundesrepublik haben sich die konjunkturellen Beruhigungstendenzen nach Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums durchgesetzt. Aus dem letzten monatlichen Lagebericht des Ministeriums, dem für Juli, geht hervor, daß das Produktions- und Umsatzniveau erneut leicht zurückgegangen ist. Ein Gegengewicht bildet jedoch die weitere Ausweitung des Verbrauchs. Als bemerkenswert bezeichnet es das Bundeswirtschaftsministerium, daß die Preiswelle in der Baustoffindustrie dem statistischen Durchschnitt nach abgeebbt sei. Besondere Beachtung verdiene auch die Tatsache, daß in einzelnen Zweigen der Investitionsgüterindustrie erstmals wieder Ansätze von Preisabschlägen erkennbar seien. Dagegen habe sich in der Verbrauchsgüterindustrie weiterhin ein leichter Preisauftrieb gezeigt.