Hitler: Ich hoffe, Sie haben einen angenehmen Flug gehabt. Meine Condor-Maschine ist nicht so schnell wie die Douglas-Maschinen, aber sie ist solider und als Militärflugzeug nützlicher. Sie hält Geschützfeuer besser aus. Sie haben eine anstrengende Woche gehabt. Ich weiß, daß Sie ihr Bestes getan haben, um eine friedliche Lösung zu finden, aber (sein freundlicher Ausdruck verwandelt sich nun in eine drohende Maske) all Ihre Arbeit ist durch die Polen verdorben worden. Ich habe Forster gesagt, er solle über den Vertreter des Völkerbundes arbeiten. Ich liebe diese Einrichtung nicht, aber ich muß zugeben, daß der Völkerbund seinerzeit bei den Abstimmungen an der Saar und in Danzig im allgemeinen in korrekter Weise verfahren ist. Ich unterstreiche, daß Forster auf meine Instruktionen hin gehandelt hat, denn ich weiß, daß Sie objektiv sind. Trotz wirtschaftlicher Repressalien und Drohungen hat Forster nicht in übertriebener Weise gehandelt. Aber die Polen, die noch immer, wie ich glaube, Mitglieder des Völkerbundes sind, machen keinen Gebrauch davon. Am letzten Freitag (dem Tag der Überreichung des polnischen Ultimatums) würde ein Telephonanruf bei Ihnen genügt haben. Die Polen wußten, daß Gespräche möglich waren. Sie hätten keine Note zu senden brauchen. (Forster stimmt hier zu, daß die Angelegenheit hätte geregelt werden können, wenn die Polen über Burckhardt gehandelt hätten.)

Burckhardt: Ja, aber diese Besprechungen wurden in unnötiger Weise verschoben durch Kleinlichkeiten, Vortrittsansprüche Ihrer Vertreter.

Hitler (ärgerlich): Das ist beklagenswert in einem solch ernsten Augenblick. Chodacki hat auf die Anweisungen von Beck Schritte unternommen, zwei Tage bevor die Angelegenheit im Begriffe war, geregelt zu werden. Er schickte eine beleidigende telephonische Botschaft. Während Greiser bestritt, daß irgendwelche Maßnahmen gegen die Zollbeamten ergriffen worden wären, posaunte Beck alles in der Presse aus. (Wütend) Die Presse sagte, daß ich den Nervenkrieg verloren hätte, daß Drohungen die richtige Behandlung für mich wären, daß wir nachgegeben hätten, als die Polen festblieben, daß ich voriges Jahr nur geblufft hätte, und daß mein Bluff durch den polnischen Mut, den die Tschechen nicht besessen hätten, geplatz wäre. Ich habe idiotische Erklärungen in der französischen Presse gesehen, daß ich meine Nerven verloren hätte, und die Polen die ihren behalten hätten. (Hitler wurde so von Zorn ergriffen, daß er einige Augenblicke unfähig war, weiterzusprechen.)

Burckhardt: Ich fürchte, Sie tun einer gewissen Presse zuviel Ehre an. Man sollte sie nicht ernst nehmen, nicht einmal die deutsche Presse.

Hitler (ruhig): Ich kann das nicht. Als Proletarier kann ich wegen meiner Abstammung, meines Aufstiegs und meiner Wesensart die Dinge nicht in dieser Weise sehen. Die Staatsmänner müßten dies begreifen und damit rechnen, wenn sie eine Katastrophe vermeiden wollen. Es ist nicht wahr, daß die britische Regierung keinen Einfluß auf die Presse hat. Die Presse schweigt, wenn die Regierung es wünscht. (Crescendo): Der Staatssekretär hat den polnischen Botschafter kommen lassen und ihm gesagt, "welche Stunde geschlagen hat". Das ist eine Antwort auf Ultimaten und auf den verlorenen Nervenkrieg. (Fortissimo): Wenn der kleinste Zwischenfall sich ereignet, werde ich die Polen ohne Warnung zerschmettern, so daß nicht eine Spur von Polen nachher zu finden ist. Ich werde wie ein Blitz mit der vollen Macht einer mechanisierten Armee zuschlagen, von der die Polen keine Ahnung haben. Hören Sie zu.

Burckhardt: Ich höre. Ich weiß, daß dies einen allgemeinen Krieg bedeuten würde.