Obwohl wir auf jede mögliche Weise vom weißen Mann zerschmettert wurden, haben wir doch noch viel Ursache, Gott dankbar zu sein: denn selbst in dieser Zeit der Finsternis bleibt Sein Werk in der Natur unberührt, als ständige Erinnerung an die göttliche Gegenwart." Diesen Satz spricht ein Indianer vom Stamm der Atsina, ein "Bewahrer der heiligen Pfeife" in dem Buch von

Schwarzer Hirsch: "Die heilige Pfeife", aufgeschrieben von Joseph Epes Brown. Aus dem Englischen übersetzt von Gottfried Holz. Walter-Verlag, Olten und Freiburg im Breisgau. 234 S., 16 Photos, 15,80 DM

War das erste Buch des greisen und erblindeten Black Elk "Ich rufe mein Volk" ein einziger Aufschrei, der den Weißen galt, die die zahlenmäßig und kriegstechnisch unterlegenen Rothäute rücksichtslos niedermachten, so zeigt dieser Band den höchst eindrucksvollen Schatz an Sitten und Gebräuchen, der mit diesen oft gerühmten, aber auch oft mißverstandenen Menschen unterging. Neben der Beschreibung der sieben geheimen Riten der Sioux erhält der Leser ungewöhnliche Einblicke in die indianische Mentalität.

Der Bericht, der weit entfernt von allen Karl-Mayschen Infantilismen diese Deutung der indianischen Weisheit bringt, gehört zu den besten Büchern, die seit Jahren über das Thema verfaßt wurden, und stellt wegen seiner Authentizität einen wesentlichen Beitrag zur amerikanischen Kulturgeschichte dar. g. sp.