In dieser Woche mußten sich die Bundesbürger wieder durch einige beachtliche Preissprünge überraschen lassen. Und zwar wird Kohle als Ausgleich für die Arbeitszeitverkürzung ab 20. Oktober um durchschnittlich 2,50 DM je t teurer. Auch die Fabrikanten textiler Kurzwaren können die auf sie zugekommenen Kostenerhöhungen ihrer Produktion nicht mehr auffangen und müssen die Preise heraufsetzen. Die Kartoffelpreise machten in den letzten Tagen ebenfalls einen spürbaren Sprung nach oben. Hier aber besteht die tröstliche Aussicht, daß das günstige Ernteergebnis die Preise schon in den nächsten Tagen wieder abfallen lassen wird.

Als Kundgebung der Sympathie und Freundschaft zwischen Deutschland und Lateinamerika wurde in diesem Jahre die traditionelle Feier des 12. Oktober, des Tages, an dem Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, vom Ibero-Amerikanischen Verein Hamburg-Bremen in der Hansestadt Bremen begangen. Sixto E. Duwan-Ballen, Botschafter der Republik Ecuador, setzte sich in seiner Festrede für die Schaffung eines weltumspannenden Systems ein, das die verschiedenartigen Wirtschaftsbedingungen der rohstofferzeugenden und industriell hochentwickelten Länder ausgleichen soll, um die ungerechten Gegensätze zu verringern.

Eine energische Aktion der Bundesrepublik und der übrigen Länder der westlichen Welt gegen die von den Ostblockländern mit klarer politischer Zielsetzung eingeleitete „Dumping-Offensive“ auf den verschiedenen Weltmärkten wurde vom Bundesverband der Deutschen Industrie nachdrücklich gefordert. Es ist in der Tat höchste Zeit, diesem mit Hilfe von staatlich ermöglichten Preisunterbietungen geführten Kampf gegen den Westen nunmehr planvoll entgegenzutreten.