Bei den Versicherungsunternehmen wie auch teilweise bel anderen Kapitalsammelstellen hat das Aktienkapital zwar nicht die gleiche Bedeutung wie bei Industrieunternehmen; es sollte aber doch in seiner Funktion als Garantiefonds dem Geschäftsumfang angepaßt sein. Diesem Umstand hat jetzt die Allianz Lebens versicherungs-AG, Berlin/München, Rechnung getragen und in einer aoHV die bereits bei Vorlage des Jahresabschlusses 1955 als notwendig angesehene Erhöhung des AK um 5,25 auf 12,25 Mill. DM beschlossen. Es ist dies die erste Kapitalerhöhung der Gesellschaft seit der Währungsreform, bei der das Kapital im Verhältnis 10 : 3,5 von 20 Mill. RM auf 7 Mill. DM umgestellt wurde. Die Bezugsbedingungen für die Aktionäre können als sehr günstig angesehen werden. Von einem Bankenkonsortium werden diesen für 4 Aktien zu nom. je 70 DM eine neue Aktie von nom. 210 DM zum Preis von 210 DM (also zu pari) angeboten bei einem derzeitigen Börsenkurs von etwa 270 DM je Aktie zu nom. 70 DM. Die Bezugsfrist läuft bis zum 25. 1. 1957; dividendenberechtigt sind die voll einzuzahlenden Namensaktien vom 1. 1. 1957 an.

Die Notwendigkeit der Kapitalerhöhung wird ersichtlich am dem raschen Anwachsen des Geschäftsumfangs. In diesem Jahr hat sich der Versicherungsbestand bis Ende September von 4,4 auf 4,9 Mrd. DM erhöht und wird noch vor Jahresschluß 5 Mrd. DM überschreiten, womit dann der Anschluß an den Vorkriegsstand wieder gefunden sein dürfte. Die gesamten Deckungsmittel nahmen um 110 Mill. DM auf rund 1,17 Mrd. DM zu. Die Zunahme im Neugeschäft betraf vor allem das 1. Quartal und war demgegenüber im 2. und 3. Quartal sehr gering. Diese Erscheinung, die auch bei anderen Sparformen zu beobachten ist und mit der Entwicklung des Volkseinkommens nicht in Einklang steht, dürfte mit ein Beweis dafür sein, daß das Vertrauen der Bevölkerung in die Stabilität der Währung u. a. durch die erregten Debatten um eine dynamische Rentenpolitik nicht gerade gestärkt worden ist. C. B.

*

Die August Blase AG., Lübbecke/Westf., die zu den größten deutschen Zigarrenfabriken zählt, konnte im Geschäftsjahr 1955 ihren Umsatz in der Menge und auch im Wert steigern. Das Ergebnis war allerdings durch erhöhte Steueraufwendungen beeinträchtigt. Der Gewinn in Höhe von 26 450 DM würde einschl. Gewinnvortrag mit 55 370 DM auf neue Rechnung vorgetragen. Dank weiterer Rationalisierung und steigender Umsätze war die Entwicklung im neuen Geschäftsjahr bisher zufriedenstellend, jedoch wird sie durch, die eingetretenen Lohnerhöhungen wieder überschattet.

10 000 Karmann-Ghia-Coupés. Das zehntausendste Karmann-Ghia-Coupé verließ am 22. Oktober das Montageband in dem Karosseriewerk Wilhelm Karmann in Osnabrück. Damit hat dieses Fahrzeug, das mit dem bewährten VW-Fahr- und Triebwerk ausgerüstet ist, bereits eine Verbreitung gefunden, die ein deutlicher Beweis für das große Käuferinteresse ist.