Nachdem sich nun die Kultusminister der Länder zu einer energischen Förderung von Turnen und Sport unter der Jugend entschlossen haben, gilt es, zwei wichtige Fragen zu lösen: die Finanzierung des neuen Planes und die Bereitstellung der nötigen Lehrkräfte. Daran darf der Plan nicht scheitern.

Betrachten wir heute einmal die finanzielle Seite. Noch immer ist die beliebteste Ausrede die, es sei sein Geld vorhanden. Natürlich kostet die Sache Geld; der Bau von Turnhallen, Schwimmbädern und Sportplätzen erfordert ganz erhebliche Summen.

Die den Sportverbänden vor allem aus dem Fußballtoto zufließenden Gelder werden von den Vereinen dringend benötigt. Auf Grund der ganzen Entwicklung des Fußballtotos haben die Sportverbände ein wohlerworbenes Recht auf diese Gelder.

In der Bundesrepublik werden jährlich weit über eine Viertelmilliarde D-Mark im Fußballtoto „investiert“. Die Hälfte dieser Summe fließt – als Gewinn – zu den Wettern zurück. Vom Rest gehen 16 2/3 v. H. als Wettsteuer an die Staatskasse; etwa 15 v.H. verschlingt die Verwaltung; rund 12 1/2 v.H. erhält der Sport, und die übrigen 7 v. H. werden für soziale und kulturelle Zwecke verwandt. Es müßte den Kultusministern gelingen, ihre Kollegen vom Finanzressort dazu zu bringen, daß sie in Zukunft den Löwenanteil der Wettsteuer für die höchst dringlichen Aufgaben des Jugendsportes zur Verfügung stellen. Es solltewohl auch möglich seit, bei der Totoverwaltung Einsparungen vorzunehmen, die gleichfalls dem neuen Plan zugute kommen könnten. Und schließlich sollte von den sieben Prozent „für kulturelle und soziale Zwecke“ auch ein Teil für die Schulsportreform nutzbar gemacht werden.

Nach einer vorläufigen Schätzung werden etwa zwei Milliarden Mark dafür gebraucht. Es wird nicht zuletzt von der Überzeugungskraft und dem Eifer der Minister abhängen, ob sie ihr Vorhaben trotz allen Schwierigkeiten im vollen Umfang durchführen können. Man wird aufpassen müssen, daß der Reformplan nicht im Dschungel der Ministerialbürokratie hängenbleibt. Walter F. Kleffel