Die konjunkturelle Lage wird vom Bundesministerium für Wirtschaft (in seinem jüngsten Monatsbericht) als „sehr labil“ bezeichnet. Zwar habe die allmähliche Verlangsamung des konjunkturellen Wachstums weiter angehalten, aber von der starken Verbrauchsneigung und vor allem von den weiter steigenden Außenhandelsüberschüssen gingen unverändert starke Impulse aus, die die versuchte Dämpfung der Inlandnachfrage nicht voll zur Auswirkung kommen ließen. Der Wert der Auslandsbestellungen bei der Industrie war im August um 20 v. H. höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Mit diesem Tempo der Exportausweitung habe die Zunahme der Einfuhr bei weitem nicht Schritt halten können, was zu einer „fühlbaren Schmälerung des Inlandangebots” geführt haben soll. Die Folge sei ein weiteres und (im September) verstärktes Steigen der Preise.

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Die Notenumlaufsgrenze ist, zum sechsten Male seit der Währungsreform, um 1 Mrd. DM auf nunmehr 16 Mrd. erhöht worden. Diese Neufestsetzung ist schon Anfang Oktober vom Zentralbankrat beantragt worden. Sie bedarf der Zustimmung von mindestens sechs Ländern, die jetzt erteilt worden ist. Es handelt sich dabei um eine vorsorgliche Maßnahme, denn das bisherige Limit von 15 Mrd. DM ist bisher noch nicht voll in Anspruch genommen worden. Aber im kommenden Frühjahr ist damit zu rechnen, daß aus saisonalen Gründen der Bargeldumlauf über die bisherige Grenze von 15 Mrd. DM erhöht werden muß.