Montag, 22. Oktober: Die Studenten fordern

Die Studenten der Budapester Wirtschaftshochschule fordern in einer Massenversammlung die Wiedereinsetzung Imre Nagys als Ministerpräsident und Polizeichef sowie eine unabhängige Innen- und Außenpolitik, die die wahren Interessen der Nation vertritt. Sie erklären ihre Solidarität mit den antisowjetischen Bestrebungen in Polen.

Dienstag, 23. Oktober: Erste Demonstration

Die Studenten veranstalten einen Umzug durch Budapest. Sie tragen Abzeichen in den Landesfarben und ungarische (keine roten) Nationalfahnen. Viele Arbeiter und Angestellte verlassen ihre Arbeitsplätze, um an der Kundgebung teilzunehmen. Vor dem Bern-Denkmal werden die Forderungen verlesen: allgemeine freie Wahlen, vollständige Presse- und Meinungsfreiheit, sofortige Beseitigung des Stalindenkmals, Reorganisation des Wirtschaftslebens.

Mittwoch, 24. Oktober: Der erste Tote

Imre Nagy wird vom Zentralkomitee als neuer Ministerpräsident eingesetzt und verspricht in einer Rundfunkrede die Verwirklichung seines Programms von 1953. Er ruft durch ein Regierungsdekret sowjetische Truppen zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung zur Hilfe, nachdem sich die Studentendemonstrationen während der Nachtstunden zu einem Aufstand ausgewachsen haben. Demonstrierende Arbeiter schicken eine Delegation in das Funkhaus von Budapest, die wartenden Demonstranten versuchen schließlich, in das Rundfunkgebäude einzudringen. Ungarische Geheimpolizei stellt sich ihnen in den Weg. Dabei fallen die ersten Schüsse, ein Demonstrant wird getötet, mehrere andere schwer verletzt.

Donnerstag, 25. Oktober: Das Blutbad