W. D., Münster

Der „Elfte im Elften“, rotangekreuzter Termin jener, die sich ohne Beleidigungsklage Narren rufen lassen, soll zum Stichtag der Reformierung des Karnevals werden. Zunächst wenigstens bei den im Schatten des rheinischen Narrentreibens zuweilen ein wenig stiefmütterlich angesehenen Karnevalisten Westfalens; Sie haben auf einer Versammlung in Arnsberg gute Vorsätze gefaßt, „um das alte Brauchtum sauber und als Volksfest zu erhalten“.

Die um den guten Ruf der Narren besorgten 36 westfälischen Karnevalsgesellschaften forderten neben einem „seelischen Lastenausgleich in urwüchsiger Fröhlichkeit“ weiß gedeckte Tische und Zapfenstreich Punkt zwei Uhr nachts. Damit niemand, der in die Bütt steigt, seinen lieben Närrinnen und Narren einen roten Kopf verursacht, soll jede Büttenrede vorher schriftlich niedergelegt werden. Bei Zuwiderhandlung will der Präsident sofort abläuten. Ja, es ist schon was Gefährliches mit dieser Freiheit...