Es ist eine Geschichte für sich, wie die Stinnes-Anteile und Aktien in den Vereinigten Staaten gelandet waren. Diese Geschichte begann 1926, zwei Jahre nach dem Tod des alten Hugo Stinnes. Zu den Bedingungen einer Dollaranleihe zu hohen Zinsen und noch höheren Provisionen gehörte eine Vermögens-Teilübertragung der deutschen Unternehmen auf neue amerikanische Gesellschaften. So wurde die Hugo Stinnes Corporation gegründet, wobei 50 v. H. an Frau Cläre Stinnes und 50 v. H. der Anteile an die drei US-Firmen P. H. Saunders & Co., New Orleans, A.G. Becker & Co. Inc und Halsey, Stuart & Co. Inc, Chikago, gegeben wurden. Heute verfügt die Hugo Stinnes Corporation über etwa 4000 bis 5000 Aktionäre, die meisten davon in den Vereinigten Staaten. In den USA rechnet man, daß etwa 47 v. H. der Anteile in den USA liegen. Man erörtert auch die Möglichkeit, die beschlagnahmten Aktien ihren Eigentümern zurückzugeben, also an Frau Cläre Stinnes. Dann würde man gewisse Bedingungen zum Schutz der Auslandsaktionäre anhängen oder die Minoritätsaktien in gewinnberechtigte Vorzugsaktien umwandeln.

Und damit kommt eine US-Planung wieder auf Deutschland zurück, die die Amerikaner jetzt gerade bei Mülheimer Berg zu Lasten der deutschen Eigentümer durchgeführt hatten, nämlich den Umtausch in stimmrechtslose dividendengarantierte Vorzugsaktien. In den USA orakelt man, ob die Lösung, des Falles Stinnes auf dem Wege einer Verteilung des Treuhandbesitzes an die amerikanischen Aktionäre, durch Schaffung von Vorzugsaktien oder durch eine Barabfindung vorgenommen werden soll. Darüber wird noch verhandelt. Wie weit Hugo Stinnes selbst bei einer Rückgabe dieses Teilvermögens an seine Mutter noch Nutznießer werden kann, steht nicht fest. Bei der amerikanischen Mentalität und den Vorurteilen, die dort bestehen, wird sich Hugo Stinnes wenig Hoffnungen auf eine solche Lösung machen können. Reichelt