s. r., Frankfurt

Zusammenstöße zwischen Studenten und Polizei“, „Polizei verhindert Studentenproteste in Frankfurt“, „Straßenschlacht vor der Uni“ – mit diesen und ähnlichen Schlagzeilen wurde die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Vorfälle an der Frankfurter-Universität gelenkt, die sich am Freitagnachmittag ereigneten.

Arabische und afrikanische Studenten der Universität hatten beschlossen, gegen den Krieg im Nahen Osten mit einem Schweigemarsch durch die Stadt Frankfurt zu protestieren. Sie hatten auch ihre Freunde in Mainz, Heidelberg und Darmstadt und die deutschen Kommilitonen ihrer Universität gebeten, sie durch Teilnahme zu unterstützen.

Am Donnerstagvormittag ging eine Gruppe von ihnen zum Polizeipräsidium, um die Genehmigung zu beantragen. Die Studenten wurden an das zuständige Polizeirevier verwiesen, wo sie dann zusammen mit einem Beamten Versammlungsort, Zeit und Marschroute festlegten. Der Beamte notierte die Straßen, durch die der Zug gehen sollte, sagte den Studenten ein Begleitkommando zu, dessen Anweisungen sie sich zu fügen hätten, und wies sie schließlich an, den Antrag noch schriftlich beim Präsidium einzureichen.

Im Laufe des Nachmittags wurde das erledigt; am nächsten Morgen sollte die Genehmigung abgeholt werden. Der Student, der um acht Uhr deswegen vorsprach, wurde zum Revier geschickt; dort wurde er um neun auf um elf vertröstet. Um diese Zeit wurde ihm mitgeteilt, der Antrag sei abgelehnt – zunächst ohne Begründung, die sollte später schriftlich erfolgen.

Gegen 14 Uhr trafen die Kommilitonen von auswärts ein und bildeten zusammen mit der Frankfurter Gruppe und den deutschen Studenten, die sich dem Marsch aus Sympathie anschließen wollten, eine etwa dreihundert Mann starke Ansamm- – lung vor der Universität.

Schon früher war ein starkes Polizeiaufgebot vor dem Universitätsgelände aufgefahren. Zunächst blieb alles ruhig. Über Lautsprecher wurde von der Polizei das Verbot der Versammlung bekanntgegeben, und die Versammelten wurden angewiesen, sich zu zerstreuen.