Seit zehn Jahren herrschen im Nahen und Mittleren Osten Kämpfe, Unruhen und Aufruhr. Seit dem Waffenstillstand von 1949 zwischen Israel und den arabischen Ländern besteht Ägypten darauf, daß es sich noch immer mit Israel im Kriegszustand befindet. Immer wieder haben die Vereinten Nationen versucht, Ausgleich und Frieden herbeizuführen, aber trotz besten Willens ist es nicht gelungen.

Während dieser ganzen Zeit hat unser Land weiß Gott unermüdlich auf eine Einigung hingearbeitet. Wir haben versucht, unseren Wunsch nach Freundschaft mit Ägypten unter Beweis, zu stellen. Wir schlossen überdies einen Vertrag über den Sudan. Wir hatten gehofft, dies würde einen neuen Geist in unseren Beziehungen zu Ägypten herbeiführen.

Manche Leute sagen, wir seien in unserer Konzilianz viel zu weit gegangen; wir hätten zu viel preisgegeben; wir wären schwach gewesen, wo wir hätten stark sein sollen. Nun, das mag sein wie es will. Auf jeden Fall sind wir in unserem Trachten nach Freundschaft an die Grenze des Möglichen gegangen, und all diese freundschaftlichen Bemühungen sind fehlgeschlagen. Es hat keinen Sinn, diese Tatsache zu ignorieren. Sie brauchen nur die eigenen Erklärungen der ägyptischen Regierung über ihre Absichten zu lesen. Lassen Sie mich Ihnen zwei Beispiele geben:

Über Israel sagte sie: ‚Es wird keine Stabilität geben, bis dieser kleine, aber üble Staat ausgelöscht ist‘. Das zweite Beispiel geht uns unmittelbar an. ‚Unter keinen Umständen dürfen wir unser Ziel aus den Augen verlieren, die britische Schlange zu bekämpfen und ganz und gar aus unseren Ländern zu verweisen’; und ‚Länder‘ bedeutet hier natürlich den gesamten Nahen und Mittleren Osten.

Das war die ägyptische Einstellung. Es war eine in aller Öffentlichkeit proklamierte ägyptische Drohung. Taten sprechen eine noch deutlichere Sprache als Worte. Wir haben die Waffenkäufe hinter dem Eisernen Vorhang erlebt. Anfang August, als Nasser den Kanal an sich riß, nannte’ Mr. Gaitskell die Bedrohung Israels eine deutliche Ankündigung bevorstehender Aggression. Er fuhr fort: ‚Das kommt uns alles sehr bekannt vor. Es ist genau das, was wir in den Vorkriegsjahren mit Mussolini und Hitler erlebten.‘

Scharfe Worte das, aber mit Recht. Kein Wunder, daß Israel sich Sorgen machte. Dann, vor ein paar Tagen, folgte der Einmarsch israelischer Truppen in Ägypten. War das eine gefährliche Situation? Würde sie voraussichtlich zu einem ausgebreiteten Brand im Mittleren und Nahen Osten führen? Nach Ansicht der Regierung war das der Fall.

Man kann endlos darüber streiten, wer der Angreifer war. War es Israel, weil es die ägyptische Grenze überschritt, oder Ägypten angesichts dessen, was es vorher getan hatte? Aber darauf kommt es für uns im Grunde gar nicht an. Wenn man einen Brand sieht, so ist die erste Frage nicht, wie fing er an, sondern, wie ist er zu löschen.