Die Verarbeitung von Erzen, die Gewinnungs-Verarbeitung und Verwertung von Metallen, Metallverbindungen und chemischen Produkten sowie Gewinnung von Erzen und anderen Urprodukten war der Gegenstand der am 20. Oktober 1906 ins Handelsregister eingetragenen „Metallwerke Unterweser AG“ Nordenhams das Grundkapital betrug 3,5 Mill. DM. Neben zwei Metallhandelsgesellschaften war die treibende Kraft der damalige Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Dr. Johann Heinrich Christoph Wiegand in Bremen. Bei ihm entstand der Plan der Errichtung einer Zinkhätte zur Verarbeitung australischer Erze, für deren Transport insbesondere die neuerrichtete Frachtdampferlinie des Norddeutschen Lloyd nach Australien eingesetzt werden sollte.

Die Hütte kam 1909 schrittweise In Betrieb und steuerte langsam auf eine Leistung von 20 000 t Zink jährlich zu. Noch nicht einmal voll angelaufen, brachte der erste Weltkrieg und die folgende Welt-Wirtschaftskrise dem Unternehmen schwere Erschütterungen. Bei Durchführung der Sanierungsmaßnahmen übernahm das damalige Reich die Mehrheit der Aktien. Nach dem zweiten Weltkrieg unterblieb die zunächst beabsichtigte Demontage der Werkanlagen. Erst 1950 war man wieder so weit, daß mit über 10 000 t Zink jährlich eine halbe Leistung erreicht wurde. 1952 trat das Bundesfinanzministerium das dem früheren Deutschen Reich gehörende Aktienpaket (etwa 98 v. H. von zur Zeit 5 Mill. DM) an die Preußische Bergwerks- und Hütten-AG, Hannover, ab, die damit treuhänderische Eigentümerin des Mehrheitspaktes wurde. Die Preußag hat das notwendige Investitionsprogramm finanziert und durchgeführt mit dem Erfolg, daß 1955 in der Produktionsleistung ein Rekordstand seit Bestehen des Unternehmens erreicht und erstmals wieder eine Dividende (5 v. H.) gezahlt werden konnte. Auch im Jubiläumsjahr 1956 hat die günstige Geschäftslage bisher angehalten. D l.