Die vergangene Woche war für die Welt wie für England die schlimmste seit 1939. Am Montagabend kam die Nachricht vom israelischen Angriff auf Ägypten. Gewiß, Israel war wiederholt bedroht und provoziert worden; es hatte ein Recht auf bessere Garantien für seine Sicherheit. Aber all das ändert gar nichts daran, daß der Einfall israelischer Truppen in Ägypten eine Aggression war. Ich will nicht versuchen, die Schuldigen dafür zu finden. Das ist Aufgabe der Vereinten Nationen.

Der englische Premierminister sagt, wir konnten es uns nicht leisten, noch zu warten. Wir mußten selbständig handeln, sagt er, denn wir hätten keine Zeit gehabt, auf Entschließungen oder Maßnahmen des Sicherheitsrates zu warten.

Aber was ist tatsächlich geschehen? Bis Dienstagabend, noch ehe das Ultimatum an Ägypten abgelaufen war, war der Sicherheitsrat zusammengetreten und zu einer klaren Entscheidung gekommen – der lediglich eines entgegenstand: das Veto des englischen Premierministers. Man kann dem Sicherheitsrat nicht nachsagen, er habe zu langsam gehandelt. Er wurde vielmehr absichtlich am Handeln verhindert – verhindert durch England.

Wir hätten den Entschluß des Sicherheitsrates unterstützen und außerdem fordern sollen, daß er durch eine Polizeitruppe der Vereinten Nationen in die Tat umgesetzt wird. Wir hätten im Auftrag der Vereinten Nationen handeln können und hätten dann deren Autorität und die öffentliche Meinung in aller Welt hinter uns gehabt.

Ein Krieg – keine Polizeiaktion

Statt dessen haben wir die Entscheidung der Vereinten Nationen abgelehnt und unsere eigenen Drohungen wahrgemacht. Wir sind gegen Ägypten in den Krieg gezogen. Denn geben Sie sich keinen Illusionen hin – es ist ein Krieg: die Bombenangriffe, das „Weichmachen“ des Gegners, die Angriffe auf Rundfunksender, Fernsprechvermittlungen und Eisenbahnknotenpunkte und dann, sehr bald danach, die Landungen und die Infanteriegefechte.

Und all das haben wir allein gemacht – abgesehen von Frankreichgegen den Widerspruch der ganzen Welt. Diese Aktion ist keine Polizeiaktion, denn sie entbehrt jeder Rechtsgrundlage. Wir haben das Recht in die eigene Hand genommen. Das ist die tragische Situation, in der wir uns heute befinden. Noch vor einer Woche hätten wir das für undenkbar gehalten.