Die Diskussionen um die Stabilität der Währung, die Erhaltung der Kaufkraft, die Erhöhungen bei Preisen und Löhnen hat die Sparer aufhorchen lassen. Durch schlechte Erfahrungen gewarnt, haben sie ihre Spareinlagen in den vergangenen Monaten nicht mehr in dem Maße erhöht, wie es in den Vorjahren der Fall war. Das Geld ist mehr in den Konsum geflossen. Bei dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband, Düsseldorf, der jetzt seinen Geschäftsbericht für 1955 vorlegt, drückt sich die veränderte Sparerhaltung so aus: In der Zeit vom J. 1. bis 30. 9. 1956 betrug der Spareinlagenzuwachs bei den rheinischen Sparkassen 302,2 Millionen DM, während er sich in den ersten neun Monaten des Jahres 1955 auf 411,1 Mill. DM belief. Die Zuwachsrate der Spareinlagen beträgt mithin nur rund drei Viertel der Zuwachsrate für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres. Per Ende September 1956 verwalteten die rheinischen Sparkassen 3,186 Mrd. DM Spareinlagen. Bei den Sparkassen im Lande Nordrhein-Westfalen haben die Spareinlagen Ende September 1956 die Fünf-Milliarden-Grenze überschritten.

Das unbefriedigende Sparergebnis dieses Jahres kann sich noch wesentlich verbessern, wenn sich die Hoffnungen, die auf den jetzt wiedererstandenen dreijährigen steuerbegünstigten Sparvertrag gesetzt werden, erfüllen. Allerdings wird mit einem Spareinlagenzuwachs in Höhe des Vorjahres keinesfalls gerechnet werden können. Der drei jährige Sparvertrag wird von den Sparkassen einhellig begrüßt Auf Ablehnung stößt jedoch der von den Regierungsparteien eingebrachte Antrag zur Änderung des Einkommensteuergesetzes zugunsten des Wertpapiersparens (für gleitende abzugsfähige Höchstbeträge). In der Beschränkung auf das Wertpapiersparen sehen die Sparkassen eine ungerechtfertigte Benachteiligung des Kontensparens, eine Haltung, die durchaus verständlich ist und der wir nur beipflichten. d t

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Der Hannoversche Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit zu Hannover, vormals Preußischer Beamten-Verein, Hannover, nahm an seine versicherten Mitglieder eine einzigartige Gewinnausschüttung vor. Rückwirkend auf alle seit 1948 verstrichenen Geschäftsperioden wurden 11 3/4 Mill. DM als Gewinnanteile ausgezahlt, verrechnet oder gutgeschrieben. Die Aufwärtsentwicklung des Versicherungsbestandes und der Versicherungsabschlüsse setzte sich in verstärktem Maße fort. Der Versicherungsbestand stieg in 1955 von (alles in Mill. DM) 240,04 auf 268,88. Zu 36,24 (22,89) neu abgeschlossener Versicherungssumme traten 2,30 Versicherungssumme durch Erhöhung bereits bestehender Versicherungen. Die Aktiven des Vereins erreichten Ende des Berichtsjahres 123,40 (118,26). Im laufenden Jahr ist die Entwicklung des Versichertenbestandes weiterhin zufriedenstellend. Im zweiten Vierteljahr 1956 machte sich die Diskussion über die Reform der Sozialversicherung bemerkbar, Dennoch hat sich in den ersten neun Monaten eine Erhöhung der Antragssumme ergeben. Der Versicherungsbestand hat inzwischen die Höhe von 283,57 erreicht.

Ribana-Werke Wilhelm Benger Söhne, Stuttgart. Anläßlich der Vorführung der Frühjahrskollektion in Badeartikeln und Strandanzügen wurde von der Geschäftsleitung mitgeteilt, daß sich die Umsätze 1955 weiter erhöht haben und auch im ersten Halbjahr 1956 eine Zunahme von 16,7 v. H. eintrat, die der durchschnittlichen Steigerung in der Wirk- und Strickwarenindustrie entspricht. Auch der Export konnte ausgeweitet werden und erreichte in Badeartikeln und Strandanzügen (etwa 1/2 der Produktion) 40 v. H. des Umsatzes, während in Wäscheartikeln über 10 v. H. ausgeführt werden konnten. Die Gummi-Satin-Badeanzüge haben die Wollanzüge weiter verdrängt. Die Modefarbe war blau mit einem Anteil von 55 v. H. in diesem Jahr gegenüber 33 v. H. und 43 v. H. in 1955. Die Ausfuhr ging in 42 Länder. Die Preise entsprachen etwa denen des Vorjahres. Gummi-Satin-Badeanzüge liegen zwischen 39,50 und 75 DM. Zusammen mit der Strumpffabrik werden 900 Belegschaftsmitglieder beschäftigt. Eine größere Produktionsausweitung wurde durch den Mangel an Arbeitskräften verhindert.