In der Bauindustrie ist Katerstimmung eingetreten: Der jüngste Quartalsbericht der Wirtschaftsvereinigung Bauindustrie e. V. von Nordrhein-Westfalen teilt mit, daß die Firmen des Tief- und Straßenbaues nur mit 40 bis 50 v.H. ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt seien. Der Bauindex sei von 264 im Mai auf jetzt 232 gefallen. Die öffentliche Hand hätte aus politischen Ursachen und Etatgründen ihre Programme nur zu Bruchteilen vergeben. In den kommenden Monaten müsse mit einem weiteren Abfall der Bauproduktion gerechnet werden. Auch die Kapazitäten im Hochbau und im Ingenieurbau seien nicht einmal in der Hochsaison ausgelastet gewesen. Der Prozentsatz jener bauindustriellen Firmen, die ihren Gerätepark bis zu 40 v. H. nicht einsetzen konnten, belief sich im August noch auf 31 v. H. Da die jetzt vorliegenden Aufträge der Bauindustrie in vier bis acht Wochen abgewickelt sein würden, hätte man echte Sorgen über den Anschluß für den Winter.

Die Verbandsführung wendet sich – das ist ja das einfachste bei jeder Suche nach dem Schuldigen – gegen die Konjunkturpolitik der Regierung und fordert „im volkswirtschaftlichen Interesse“, man möge doch „keine Angst vor der Konjunktur haben“ und Bauaufträge erteilen ... Rlt.