Auf der HV der Rheinmetall-Borsig AG, Berlin, die zum 20. d. M. nach Düsseldorf einberufen ist, soll u. a. über die Änderung des Firmennamens Beschluß gefaßt werden. Sie wird erforderlich, weil bei der Privatisierung dieser Holdinggesellschaft, deren AK sich zu 52 v. H. im Besitz der bundeseigenen Bank der Deutschen Luftfahrt i. L. befand, der neue Großaktionär, die Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke GmbH, Völklingen, die Borsig AG, Berlin, nicht mit übernommen hat. Sie ist – wie wir bereits berichteten – an die AG für Berg- und Hüttenbetriebe, die früheren Reichswerke, verkauft worden.

Der Vorstand der Gesellschaft erwartet, wie es in dem Geschäftsbericht für 1955 heißt, von der vollen Privatisierung „den Beginn des endgültigen Wiederaufbaues auf verschiedenen Gebieten“. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Regelung der vierprozentigen Anleihe von 1944, die den größten Teil der alten Belastungen des Unternehmens ausmacht. In der Bilanz, deren Summe sich durch eine Abschreibung von 3,25 Mill. DM auf die Investitionsverluste der Borsig AG auf 48,9 (50,9) ermäßigt hat, ist unter den Verbindlichkeiten von insgesamt 12,9 (14,3) Mill. DM allein zur Bedienung der Anleihe ein Posten von 5,0 Mill. DM eingesetzt. Es ist zu erwarten, daß der neue Großaktionär auf der HV einen endgültigen Regelungsvorschlag unterbreitet. Auch über die Investitionsvorhaben dürfte bei dieser Gelegenheit einiges mitgeteilt werden. Sie werden sich vermutlich mit Vorrang auf die hundertprozentige Tochtergesellschaft Rheinmetall AG, Düsseldorf (AK 3,2 Mill. DM), erstrecken.

Von den übrigen Beteiligungsgesellschaften ist vor allem die Alkett Maschinenbau GmbH, Berlin, erwähnenswert, deren Stammkapital im Berichtsjahr um 2,0 auf 3,5 Mill. DM erhöht worden ist. Da diese Aufstockung je zur Hälfte von der Industrie-Verwaltungs GmbH, Bad Godesberg, und der Berliner Industriebank AG, Berlin, finanziert worden ist, hat sich der Anteil der Holdinggesellschaft zunächst auf etwa 43 v. H. verringert. Es ist jedoch Vorsorge getroffen, daß der Anteil der Berliner Industriebank jederzeit ganz oder teilweise erworben werden kann. Das Berichtsjahr erbrachte eine Umsatzsteigerung um etwa 50 v. H., wodurch ein ausgeglichener Abschluß ermöglicht wurde. Die übrigen deutschen Beteiligungen haben mit Gewinn gearbeitet, aus einer alten Forderung an die Waffenfabrik Solothurn AG i. L., Solothurn (Schweiz), ist noch ein Teilbetrag zu erwarten, während das übrige Vermögen als verloren gelten muß.

Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit 7,9 (6,2) ab, wobei sich der Rohüberschuß auf 3,8 (3,1) Mill. DM erhöht hat. Außer der erwähnten Sonderabschreibung auf die Borsig AG haben sich die übrigen Abschreibungen mit 0,5 auf der Vorjahreshöhe gehalten. Die Organschaftsverluste und ao Aufwendungen sind auf 2,4 (3,6) Mill. DM zurückgegangen. Es gelang, einen Jahresgewinn von 0,14 Mill. DM zu erzielen, der zusammen mit dem Gewinnvortrag von 0,09 Mill. DM auf neue Rechnung übernommen werden soll. G. G.