Wirtschaftspolitische Aspekte der europäischen Integration gaben das Thema auf dem Jahreskongreß der Europa-Union in Augsburg. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Dr. Wilhelm Bender, erklärte in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Europa-Union, daß die deutsche Industrie unter allen Umständen die Integrationspolitik weiterhin, unterstütze und fördere. Der Gemeinsame Markt dersechs Montan-Union-Staaten sei ein unentbehrlicher Kristallisationskern für eine weitergehende wirtschaftliche Einigung Europas. Großbritannien, Skandinavien und Österreich System des Gemeinsamen Marktes hinein. Die Form der Freihandelszone würde den Beitritt jener Länder erleichtern. Wenn es auch utopisch sei, z. B. eine sofortige Angleichung der Währungsparitäten oder gar eine einheitliche Währung in Kürze erreichen zu können, so sei es doch notwendig, daß sich die Regierungen um die Angleichung ihrer wirtschaftspolitischen Systeme und ihrer Währungs- und Finanzpolitik stärker als bisher bemühen...

Zu den größten Zukunftsaufgaben gehöre die internationale Entwicklung der Atomwirtschaft und der Abbau der Zollschranken, um die abgekapselten Märkte aufzubrechen, damit die Produktionen der sich modernisierenden und auf Automation umstellenden Industrien auf einen Großraum treffen. Europa sei mit seinen 250 Millionen ein solcher Großraum – eine dritte Kraft zwischen USA und dem Sowjetblock. lt.