Reisen ins Ausland sind fast wieder so leicht und einfach geworden wie zu den vielgerühmten Zeiten vor 1914. Wir freilich bewegen uns schneller, und die Bundesbahn läßt eine Menge Phantasie walten, um uns dies so angenehm wie möglich zu machen. So wird zum Beispiel die baldige Abschaffung der Zweibett-Abteile in den Schlafwagen der ersten Klasse geplant, in den bisher dreistöckigen Abteilen der II.-Klasse-Schlafwagen sollen mit der drangvoll fürchterlichen Enge künftig auch die waghalsigen Kletterpartien für den dritten Mann entfallen. Es gibt dann nur noch ein oberes Bett, das sportlichem Training und der Duldsamkeit des Mitschläfers zugemutet wird.

Auch das rollende Hotelzimmer steht in den großen Fernzügen – den Transeuropa- oder TEE-Zügen zum Beispiel, über die wir in Nummer 34 der ZEIT berichteten – vor der Verwirklichung. In Einheiten dieser Züge wird man die Trennung zwischen Sitz- und Liegewagen aufgeben, man kann auch am Tage sein eigenes Abteil für sich haben und darin – so man will – tags schlafen und nachts sitzen. Jedenfalls kann man in seinem rollenden Wohnschlafzimmer zu jeder Tageszeit lang hingestreckt ruhen. Warum gibt es nicht überhaupt ein paar Liegewagen auch für lange Tagesfahrten und nicht nur für die Gäste, die sich ein Einzelabteil nehmen können? p