In diesen Tagen konnte die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG., Sulzbach-Rosenberg, dem bayerischen Ministerpräsidenten den ersten aus bayerischem Uran gefertigten Stab überreichen. Wie dazu mitgeteilt wurde, liefert der Versuchsbetrieb der Gesellschaft in Weißenstadt (Fichtelgebirge) ein Material, dessen Uranausbringung von 40 auf 98 v. H. gesteigert werden konnte. In den nächsten fünf Jahren will man aus den angereicherten Vorräten den Bedarf der in der Bundesrepublikgeplanten Reaktoren decken. Mit der Bayerischen Braunkohlenindustrie AG, Schwandorf, die bald die zweite Abbaukonzession für uranhaltige Mineralien in Bayern erhalten dürfte, sollen Erfahrungen ausgetauscht werden. Für den Reaktorbau ist schließlich wichtig, daß in Bayern auch noch Konzessionen für die Graphitschürfung (Graphitwerk Kropfmühl AG) frei sind. Das bisher gewonnene Uran geht in den Reaktor nach Karlsruhe.

Wie Dr. Burkhart, Vorstandsvorsitzer der Maxhütte, die zur Flick-Gruppe gehört, bei der Vorlage des dividendenlosen Abschlusses 1954/55 mitteilte, hat die Gesellschaft allein 1955/56 (30. 9.) mit fast 0,40 Mill. t Thomasstahl mehr Stahl gewonnen, als vor 1939 in Bayern produziert wurde. Im einzelnen hat man 1955/56 (in Mill. t) erzeugt: 0,75 (im Vorjahr 0,62) Erze, 0,44 (0,41) Roheisen, 0,62 (0,58) Rohstahl und 0,45 (0,42) Rohfabrikate. In Mill. DM hat sich der Umsatz von 230 auf 254 erhöht. Die Zugänge bei Anlagen, die mit 102 (99) zu Buch stehen, betrugen 26 (24). 23 (20) wurden abgeschrieben. Insgesamt wurden seit 1948 rund 140 investiert. Bei 110 Rohertrag bleiben nach allen Aufwendungen einschließlich Vortrag 0,36 Gewinn, der nach Zuweisung von 0,3 zur Flick-Stiftung auf neue Rechnung übernommen wird. In der Bilanz haben sich Beteiligungen auf 92,1 (44,4) mehr als verdoppelt. Ein Hauptposten davon ist die hundertprozentige Beteiligung an der Monopol Bergwerks AG in Kamen, die an die Fränkische Energie GmbH bzw. die auch zur Flick-Gruppe gehörende Verwertungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau und Hüttenbetrieb mbH in Düsseldorf abgegeben wurde. Die Beziehungen zur Lothringischen Hüttenindustrie sind durch eine zwanzigprozentige Beteiligung der Maxhütte an der Societê Actéries et Tréfileries de Neuves-Maisom-Chatillon S. A., Paris, deren Rohstahlkapazität auf 0,5 Milionen t ausgebaut wird, enger geworden. Die Brennstofversorgung dieser Gesellschaft, die Halbzeug, WalzdrahStabstahl und Eisenbahnmaterial herstellt, ist durch eine Beteiligung der Sidéchar, Paris, gesichert, die wiederun die Aktienmehrheit der Harpener Bergbau AG besitzt.

Zu Flicks viel diskutierten Plänen in der Automobiindustrie wurde festgestellt: Eine Schachtelbeteiligung wurde bei der Auto Union GmbH und bei der Daimler Benz AG erworben. Außerdem besitzt die Flick-Gruppe die Mehrheit der Buderus’schen Eisenwerke AG, Wetzlar, die über 54 v. H. des AK der Kraus Maffei, München (Anbauten insbes. für Omnibusse) verfügt. übernommen wurden die Kapitalien der Waggon- und Maschinenbau GmbH., Donauwörth, sowie die Fella-Werke GmbH, Feucht (Landmaschinen). Schließlich hat die Maxhütte u. a. eine dreißigprozentige Beteiligung an der Deutscher Eisenhandel AG, Berlin, erworben. Damit, so wurde gesagt, sei offenbar, wo die Automobilinteressen der Flick-Gruppen liegen. Eine Flickbeteiligung an BMW wurde verneint. t. r.

*

Brenninkmeyer GmbH erhöhte Stammkapital. Die C. & A. Brenninkmeyer GmbH, Düsseldorf, hat durch Beschluß der Gesellschaftsversammlung das Aktienkapital um 3,6 auf 12,7 Mill. DM erhöht.

Vollmoeller weiter gut beschäftigt. Auf der HV der Vereinigte Trikotfabriken Vollmoeller AG in Stuttgart-Vaihingen wurde mitgeteilt, daß der Umsatz im laufendei Geschäftsjahr nochmals gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist und zwar bisher um rund 20 v. H. gegenüber der Vergleichszeit des vorangegangenen Jahres. Neu in den AR gewählt wurden die Herren Dr. Rolf Woernle (persönlich haftender Gesellschafter der Mech. Leinenweberei Leichlingen) und Fabrikant Robert Knoll, Stuttgart. Ausgeschieden sind Walter C. Knoll, Herrenberg, und Dr. Harn Friedrich Müller, Düsseldorf. Vorsitzender des AR ist jetzt Dr. Trudberg Riesterer (Süddeutsche Bank AG), Stuttgart