Kabinette, Diplomaten, Arbeiter und Studenten demonstrieren für Ungarns Freiheit

Frankreich

Paris: Am Grabmal des Unbekannten Soldaten fand im Beisein prominenter Politiker (drei früherer Premierminister: Bidault, Pleven und Laniel) eine Protestkundgebung statt. Danach stürmten 10 000 Demonstranten das KP-Hauptquartier in der Nähe des Gare St. Lazare, verjagten die Wache übers Dach und setzten das Gebäude in Brand. Der Versuch, auch in das Haus der kommunistischen Zeitung L’Humanité einzudringen, mißlang, da die 700 Redakteure, Setzer und Wachen sich verzweifelt verteidigten. Steine hagelten von der einen, Bleisätze von der anderen Seite. Es gab einen Toten und viele Verwundete.

Rennes: Eine tausendköpfige Menschenmenge zertrümmerte die Einrichtung des kommunistischen Parteibüros und der KP-Zeitung Ouest Mann.

Paris: Daniel Mayer teilte der sowjetischen Botschaft mit, daß die vorgesehene Rußlandreise von Mitgliedern der Außenpolitischen Kommission unter den gegenwärtigen Umständen nicht stattfinden werde.

Irland

Dublin: Mit dem Rufe „Raus mit den Kommunisten weg mit den Mördern Ungarns!“ stürmten etwa 3000 Studenten eine Buchhandlung, in der kommunistische Literatur angeboten wurde.