Die Folgen des britisch-französischen „Husarenritts“ zum Suez sind jetzt in allen westeuropäischen Ländern spürbar geworden. In Frankreich bleiben die Tankstellen künftig an jedem Wochenende geschlossen, und ab Januar wird für die Öleinfuhren ein Zuteilungssystem eingeführt werden. Auch für Kohle, Strom und Gas stehen Kürzungen bevor, die zugunsten der Industrie vor allem den Privatverbrauch treffen werden. Ähnliche Maßnahmen haben Großbritannien, Belgien, Italien, die Schweiz, Schweden, Dänemark und Norwegen eingeführt oder vorbereitet. In der Bundesrepublik sind bisher noch keine Rationierungsmaßnahmen für Benzin vorgesehen. Die weitere Entwicklung der Preislage hängt jedoch von der Dauer der Suezkrise ab, da die bisherige Verteuerung der Treibstoffe um einen Pfennig je Liter, die in Verbraucherkreisen auf eine massive Kritik gestoßen ist, nach Darstellung der Erdölgesellschaften nur einen Teil der steigenden Kosten auffängt. Seit 1955 bis zum Ausbruch des Suezkonfliktes hatte sich eine 30prozentige Steigerung der Frachten ergeben, die in der Bundesrepublik ohne Auswirkungen auf die Preise geblieben war. Versorgungsschwierigkeiten sind nur für die Verbraucher von Dieselöl und Heizöl zu befürchten.

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In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres ist die Industrieproduktion in Westdeutschland um 9,4 v. H. und die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden in der Industrie um 6,5 v. H. höher gewesen als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Daraus ergibt sich eine Zunahme des Produktionsergebnisses je Arbeiter-, stunde um 2,7 v. H. In der gleichen Zeit ist jedoch der Lohn je Arbeiterstunde um 9,6 v. H. gestiegen.

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Im Rahmen der deutsch-japanischen Handelsvereinbarungen treffen jetzt die ersten japanischen Spielwaren in der Bundesrepublik ein. Zunächst wurden Ausschreibungen im Werfe von 225 000 DM durchgeführt. Wenn auch diese geringe Menge den westdeutschen Markt kaum beeinflussen wird, so beobachtet die Spielwarenindustrie in der Bundesrepublik die sich anbahnende Entwicklung doch sehr aufmerksam, weil sie trotz ihrer führenden Rolle, die sie auf dem in- und ausländischen Markt mit mechanischem Spielzeug „Made in Germany“ einnimmt, die erheblichen Preisunterschiede zu japanischem Spielzeug nicht überbrücken kann.