bbs., Kiel

Um die Betreuung der dänischen Minderheit in Südschleswig bemüht sich völlig ungehindert der „Südschleswigsche Studien- und Hilfsfonds“. Sein Vorstand beschloß, den Reinertrag aus einem Basar, der im Monat November stattfindet, nicht – wie vorgesehen – dem Fonds, sondern der Rote-Kreuz-Hilfe für Ungarn zukommen zu lassen. Ein Beschluß, der ähnlich von vielen anderen Organisationen für dieselbe Sache der Menschlichkeit in den letzten Tagen gefaßt worden ist.

Der Beschluß ist nobel; doch ein Begleitumstand hinterläßt einen bitteren Nachgeschmack. Laut „Flensborg Avis“, dem Organ der dänischen Minderheit in Südschleswig, hat der Erbprinz Knud von Dänemark als Protektor des Hilfsfonds bei dieser Gelegenheit die Hoffnung geäußert, daß „die südschleswigschen Landsleute, die aus eigener Erfahrung die Bedingungen einer unterdrückten Nationalität kennen“, diesen Entschluß verstehen würden.

Ob die dänische Minderheit das begreift, wissen wir nicht. Aber eines wissen wir: daß der Erbprinz von Dänemark – immer vorausgesetzt, daß diese Meldung des „Flensborg Avis“ stimmt – aus eigener Erfahrung nichts von den Bedingungen begreift, unter denen in völliger Freiheit seine „unterdrückten“ Landsleute in Südschleswig leben. Sonst würde er diese Äußerung, angesichts der Tragödie in Ungarn, niemals getan haben.