Deutsche Kulturgemeinschaft in Polen? Mit dem Ziel, die nationalen Traditionen der tschechischen und slowakischen Minderheiten in Polen zu pflegen, hat eine über ganz Polen verbreitete tschechoslowakische kulturelle Gemeinschaft ihre Arbeit aufgenommen. Eine kulturelle Vereinigung der ukrainischen Minderheit in Polen ist bereits seit einiger Zeit tätig. – Der polnische Ministerpräsident Cyrankiewicz teilte nun mit, daß die polnische Regierung positiv zu der Absicht stehe, auch eine kulturelle Gemeinschaft der „im Staatsgebiet Volkspolens“ lebenden deutschen „Minderheit“ zu gründen.

Verlängerte Schulpflicht in Frankreich. Die allgemeine Schulpflicht, die in Frankreich bisher mit dem vierzehnten Lebensjahre endete, wird nun auf Beschluß der französischen Regierung bis zum sechzehnten Lebensjahr ausgedehnt. Für diese zusätzlichen zwei Schuljahre wurde nach dem Vorbild der deutschen Berufsschulen ein neues Schulsystem ausgearbeitet. Diese vorberufliche Ausbildung führt praktisch zur mittleren Reife.

Kein Kultusminister für Deutschland. Ein westdeutsches Bundeskultusministerium, das in den letzten Monaten wiederholt von verschiedenen Seiten gefordert worden war, wird es nicht geben. Die Deutsche Partei hatte vor kurzem einen Antrag auf Errichtung eines Bundeskultusministeriums gestellt, der jetzt von dem zuständigen Bundestagsausschuß für Kulturpolitik abgelehnt wurde.

„Der Mond“ ist durchgefallen. Durchgefallen ist Carl Orffs Oper „Der Mond“ bei ihrer amerikanischen Erstaufführung in der New Yorker City Center Opera. Das Publikum wandte sich mit heftigen Protesten nicht etwa gegen die Art der Darstellung – die Besetzung der Rollen war ausgezeichnet – sondern gegen das Textbuch dieser modernen Märchenoper.

Gedenkfeier für E. G. Winkler. In der Stuttgarter Liederhalle veranstaltet die Württembergische Bibliotheksgesellschaft am 25. November um 11 Uhr eine Gedenkfeier zum 20. Todestag von Eugen Gottlob Winkler. Die Gedenkrede hält Dr. Max von Brück; Erich Ponto liest aus dem Werk Winklers, dessen Gesamtausgabe in der ZEIT, Nummer 44, ausführlich besprochen wurde.