Über Maßnahmen zur Sicherstellung der europäischen Erdölversorgung wird der amerikanische Mittelost-Notstandsausschuß in der kommenden Woche beraten. Er war im August von 17 führenden amerikanischen Ölgesellschatten gegründet worden. Auch der OEEC-Ausschuß in Paris bereitet einen europäischen Versorgungs- und Verteilungsplan vor. Besonders bemerkenswert ist, daß der Europäische Wirtschaftsrat sich dazu entschlossen hat, die europäische Erdölversorgung auf Grund der ihm von den Ministern einhellig erteilten Genehmigung während der Mangelperiode solidarisch zu sichern.

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Von den Preissteigerungen auf den Textil- und Rohstoffmärkten ist Rohjute am stärksten betroffen worden. Innerhalb der letzten drei Wochen sind die Preise um mehr als 20 v.H. angestiegen. Hinzu kommen aber noch die von den Schiffahrtslinien vorgenommene Frachtverteuerung und die durch innerpakistanische Verhältnisse gestörte Rohjufeverschiffung. Auf Grund dieser Entwicklung ist der Rohjutebestand bei den westdeutschen Jutespinnereien unter eine Monatsmenge gesunken. Die Folge werden Produktionseinschränkung und Kurzarbeit sein.

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Daß in der westdeutschen Industrie noch viele Rationalisierungschancen ungenutzt sind, zeigt ein Beispiel aus der Produktion von Kaffeemühlen. Eine Fabrik mit einem Jahresabsatz von über 225 000 Haushaltskaffeemühlen produziert sage und schreibe III Typen. Doch 91 v. H. davon kommen nur auf Stückzahlen, die unter 1 v. H. der Gesamtmenge liegen. Die zwölf gängigsten Typen erreichen jedoch immerhin 61,5 v.H. Rationalisierungsexperten haben nun errechnet, daß dieser einen Fabrik schon die weise Beschränkung auf 15 Typen eine Selbstkostensenkung um 15 bis 18 v.H. bringen würde. Und warum entschließt man sich dazu nicht? Sind etwa die komplizierten Wünsche unserer Hausfrauen daran schuld?