Eine der bekanntesten Münchner Baufirmen, Fries & Co., hat das Vergleichsverfahren beantragt. Davon betroffen sind auch die ihr nahestehenden Münchner Baugesellschaft KG, die Eigenheimsiedlung GmbH und die Münchner Grundbesitz GmbH. Als Ursache der Zahlungsschwierigkeiten gibt die Gesellschaft an, daß es bei mehreren Bauten und vor allem bei der von ihr erbauten Maxburg in München nicht gelungen sei, Preisgleitklauseln durchzusetzen. Da die Bauaufträge zu Fixkosten abgeschlossen waren, sich in der Zwischenzeit jedoch die Baukosten erheblich verteuerten, habe allein die Maxburg 2,5 Mill. DM mehr gekostet als vorgesehen war.

Nach dem Verkauf der Maxburg dürften die daraus resultierenden Barmittel von 3,3 Mill. DM ausschließlich zur Abdeckung von Verpflichtungen bei der Bayerischen Staatsbank gedient haben. Hinsichtlich der Befriedigung der Gläubiger äußerte sich Hans Fries ziemlich optimistisch, zumal die Firma bei ihrem umfangreichen Hausbesitz den Zinsendienst bisher voll erfüllt habe. Auch Vergleichsverwalter Dr. Ernst Schroeder bestätigt, daß die Gläubiger verhältnismäßig stillgehalten haben. Von Bankenseite wird die Illiquidität vor allem darauf zurückgeführt, daß die Finanzierung und Vorfinanzierung der Vorhaben meist mit kurzfristigen Mitteln und Wechseln erfolgtes.

Gleichwohl hat der Vergleichsantrag überrascht. Es wird geltend gemacht, daß die Gesellschaft viele Objekte vollendet habe, als das Bauen noch billiger war und sie für die gebauten Wohnungen hohe Ablösungen erzielen konnte. Unter den 700 Gläubigern befinden sich dem Vernehmen nach auch Firmen des Baunebengewerbes, ein Baggerbetrieb und Installationsfirmen, die in ernste-Schwierigkeiten geraten sein sollen. Der Vergleichsverwalter hat nun eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, eine neue Bilanz der Firma zu erstellen, die in den nächsten Tagen vorliegen dürfte. Erst dann wird zu überblicken sein, ob die Darstellung der Gesellschaft, wonach nach dem Status vom 30. September die Verbindlichkeiten durch die Aktiven überdeckt seien und die Eigenmittel der Gesellschaft genügten, um die Gläubiger zu befriedigen, noch Gültigkeit besitzt. Viel wird bei der Abwicklung des Verfahrens auch davon abhängen, ob dem Firmenkomplex, der eine Arbeitsplatzkapazität von 1200 bis 1400 Arbeitern besaß, bei der Veräußerung der abzustoßenden Objekte genügend Zeit zur Verfügung steht. t. r.