Die Fronten bei dem zweifellos delikaten Komplex „beschlagnahmtes deutsches Eigentum im Ausland“ sind in letzter Zeit stärker in Bewegung geraten. Und nicht allein das: Die Bundesrepublik hat sogar bei diesem jahrelangen, zähen Kampf um die Rückgabe eine weitere Schlacht gewonnen: Portugal hat sich nämlich bereit erklärt, die Privatvermögen an ihre ehemaligen Eigentümer zurückzugeben. Aber damit nicht genug. Auch Argentinien unterbreitete in diesen Tagen einen Vorschlag, der weit über die bisherigen Rückgabeangebote hinausgeht und sicherlich eine gute Basis für künftige Verhandlungen darstellt.

Die Einsicht im Ausland wächst also, und die Stimmen, die für eine faire Lösung plädieren, nehmen zu. Auch mit Österreich zeichnen sich nach dem monatelangen harten Ringen Lösungsmöglichkeiten ab. Unter all diesen Pluspunkten erscheinen neben einigen anderen Staaten vor allem die USA als großer Minuspunkt. Dort ist man immer noch keinen Schritt weitergekommen. Im Augenblick steht nur soviel fest, daß sich Anfang nächsten Jahres der neue Kongreß mit diesem heiklen Fragenkomplex befassen wird. Sicher ist aber auch, daß bis dahin die Zahl der Verfechter des Rechtsgedankens eher größer als kleiner wird und das somit die Chancen für die auf eine großzügige Regelung abgestellte „Johnston-Bill“ wachsen. W. S.